Das Alte Testament
Die Geschichte Gottes mit seinem Volk gelesen von Steffen Schroeder
Das 1. Buch Mose
Kapitel 1Die Erschaffung der Welt
Kapitel 2Das Paradies
Kapitel 3Der Sündenfall
Kapitel 4Kain und Abel
Kapitel 5Geschlechtsregister von Adam bis Noah
Kapitel 6Gottessöhne und Menschentöchter - Ankündigung der Sintflut. Noahs Erwählung. Bau der Arche
Kapitel 7Die Sintflut
Kapitel 8Ende der Sintflut. Noahs Opfer. Verheißung des HERRN
Kapitel 9Gottes Bund mit Noah - Noahs Fluch und Segen über seine Söhne
Kapitel 10Die Völkertafel
Kapitel 11Der Turmbau zu Babel - Geschlechtsregister von Sem Abram
Kapitel 12Abrams Berufung und Zug nach Kanaan - Abram und Sarai in Ägypten
Kapitel 13Abram und Lot trennen sich - Der HERR wiederholt seine Verheißung an Abram
Kapitel 14Abram errettet Lot und wird von Melchisedek gesegnet
Kapitel 15Gott verheiß Abram einen Sohn und gewährt ihm den Bund
Kapitel 16Hagar und Ismael
Kapitel 17Ewiger Bund und neue Namen. Verheißung Isaaks und Beschneidung
Kapitel 18Der HERR bei Abraham in Mamre - Abrahams Fürbitte für Sodom
Kapitel 19Untergang von Sodom und Gomorra. Lots Errettung - Lot und seine Töchter
Kapitel 20Abraham und Sara bei Alimelech
Kapitel 21Isaaks Geburt - Austreibung Ismaels und seiner Mutter - Abrahams Bund mit Abimelech
Kapitel 22Abrahams Versuchung. Bestätigung der Verheißung - Die Nachkommen Nahors
Kapitel 23Sara stirbt. Abraham erwirbt ein Erbbegräbnis
Kapitel 24Rebekka wird Isaaks Frau
Kapitel 25Abrahams zweite Ehe. Sein Tod und Begräbnis - Ismaels Nachkommen - Esaus und Jakobs Geburt - Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht
Kapitel 26Erneute Verheißung. Isaak und Rebekka in Gerar - Isaaks Streit mit den Philistern. Sein Bund mit Abimelech - Esaus Frauen
Kapitel 27Jakob gewinnt mit List den Erstgeburtssegen - Jakobs Flucht nach Haran
Kapitel 28Jakob schaut die Himmelsleiter
Kapitel 29Jakob dient um Lea und Rahel - Jakobs Kinder
Kapitel 30Jakob kommt zu Reichtum
Kapitel 31Jakobs Flucht mit den Seinen. Sein Vertrag mit Laban.
Kapitel 32Jakob rüstet sich zur Begegnung mit Esau
Kapitel 33Jakobs Versöhnung mit Esau - Jakob siedelt sich bei Sichem an
Kapitel 34Die Schandtat an Dina und das Blutbad zu Sichem.
Kapitel 35Gott segnet Jakob in Bethel - Benjamins Geburt und Rahels Tod - Jakobs Heimkehr. Isaaks Tod
Kapitel 36Geschlechtsregister Esaus - Die früheren Könige der Edomiter - Die Stammesfürsten der Edomiter
Kapitel 37Josefs Träume - Josef wird nach Ägypten verkauft
Kapitel 38Juda und Tamar
Kapitel 39Josef in Potifars Haus - Josef im Gefängnis
Kapitel 40Josef legt zwei Gefangenen ihre Träume aus
Kapitel 41Josef deutet die Träume des Pharao - Josefs Erhöhung - Josefs Fürsorge für Ägypten. Die Geburt seiner Söhne
Kapitel 42Erste Reise der Söhne Jakobs nach Ägypten
Kapitel 43Zweite Reise der Söhne Jakobs nach Ägypten
Kapitel 44Josefs Brüder werden hart geängstigt
Kapitel 45Josef gibt sich seinen Brüdern zu erkennen
Kapitel 46Jakobs Reise nach Ägypten. Seine Kinder und Enkel - Jakobs Wiedersehen mit Josef
Kapitel 47Jakob vor dem Pharao - Die Ägypter verkaufen ihre Habe und sich selbst dem Pharao - Jakobs letzter Wunsch
Kapitel 48Jakobs Segen über Ephraim und Manasse
Kapitel 49Jakobs Segen über seine Söhne - Jakobs Tod
Kapitel 50Jakobs Bestattung - Josefs Edelmut und sein Tod
Ankündigung Neues Testament
Das 2. Buch Mose
Kapitel 1Israels Bedrückung in Ägypten
Kapitel 2Moses Geburt und wunderbare Errettung - Moses Flucht nach Midian
Kapitel 3Moses Berufung
Kapitel 4Moses Rückkehr nach Ägypten
Kapitel 5Noch härtere Bedrückung Israels
Kapitel 6Erneuter Bericht über Moses Sendung - Die Vorfahren Moses und Aarons
Kapitel 7Moses erstes Wunder vor dem Pharao - Die erste Plage: Verwandlung aller Gewässer in Blut - Die zweite Plage: Frösche
Kapitel 8Die dritte Plage: Stechmücken - Die vierte Plage: Stechfliegen
Kapitel 9Die fünfte Plage: Viehpest - Die sechste Plage: Blattern - Die siebente Plage: Hagel
Kapitel 10Die achte Plage: Heuschrecken - Die neunte Plage: Finsternis
Kapitel 11Ankündigung der zehnten Plage: Tötung der Erstgeburt
Kapitel 12Einsetzung des Passafestes - Das Sterben der Erstgeburt Ägyptens. Der Auszug Israels
Kapitel 13Heiligung der Erstgeburt Israels. Fest der Ungesäuerten Brote - Die Wolken- und Feuersäule
Kapitel 14Israels Durchzug durchs Schilfmeer
Kapitel 15Moses Lobgesang - Israel in Mara und Elim
Kapitel 16Speisung mit Wachteln und Manna
Kapitel 17Israel in Massa und Meriba - Sieg über die Amalekiter
Kapitel 18Jitros Besuch bei Mose - Einsetzung von Helfern für Mose
Kapitel 19Ankunft am Sinai. Zurüstung des Volkes. Erscheinung des HERRN
Kapitel 20Die Zehn Gebote - Vom rechten Gottesdienst in Israel
Kapitel 21Rechte hebräischer Sklaven - Vergehen gegen Leib und Leben - Schaden durch Tiere – Verlust von Tieren
Kapitel 22Eigentumsvergehen - Todeswürdige Vergehen - Rechtsschutz für die Schwachen - Einzelne Gebote der Gottesfurcht
Kapitel 23Gebote der Gerechtigkeit und Nächstenliebe - Sabbatjahr und Sabbat - Die drei großen Jahresfeste. Opfervorschriften - Mahnungen und Verheißungen für die Zukunft
Kapitel 24Der Bundesschluss am Sinai - Mose soll die Gesetzestafeln empfangen
Kapitel 25Gaben für die Stiftshütte - Die Bundeslade - Der Tisch für die Schaubrote - Der Leuchter
Kapitel 26Die Stiftshütte
Kapitel 27Der Brandopferaltar - Der Vorhof - Das Öl für den Leuchter
Kapitel 28Die Kleidung der Priester
Kapitel 29Weihe der Priester und des Altars - Das tägliche Opfer
Kapitel 30Der Räucheraltar - Die Steuer für das Heiligtum - Das kupferne Becken - Salböl und Räucherwerk
Kapitel 31Berufung der Kunsthandwerker für die Stiftshütte - Gebot der Sabbatfeier - Übergabe der zwei Gesetzestafeln an Mose
Kapitel 32Das goldene Stierbild - Moses Fürbitte - Die Strafe für den Abfall - Die Demütigung des Volkes
Kapitel 33Das heilige Zelt. Gottes Umgang mit Mose - Mose begehrt, des HERRN Herrlichkeit zu schauen
Kapitel 34Neue Gesetzestafeln. Bundesschluss und Bundespflichten - Der Glanz auf Moses Angesicht
Kapitel 35Die Sabbatordnung - Freiwillige Gaben für die Stiftshütte - Beauftragung der Kunsthandwerker
Kapitel 36Die Herstellung des Heiligtums
Kapitel 37Die Bundeslade - Der Tisch für die Schaubrote - Der Leuchter - Räucheraltar, Salböl und Räucherwerk
Kapitel 38Der Brandopferaltar und das kupferne Becken - Der Vorhof - Die Aufwendungen für das Heiligtum
Kapitel 39Die Kleidung der Priester - Mose prüft die vollendeten Arbeiten
Kapitel 40Aufrichtung und Einweihung der Stiftshütte - Der HERR bekennt sich zu seinem Heiligtum
Das 3. Buch Mose
Das 4. Buch Mose
Das 5. Buch Mose
Das Buch Josua
Das Buch über die Ritter
Das Buch Rut
Das 1. Buch Samuel
Das 2. Buch Samuel
Das 1. Buch über die Könige
Das 2. Buch über die Könige
Das 1. Buch der Chronik
Das 2. Buch der Chronik
Das Buch Esra
Das Buch Nehemia
Das Buch Ester
Das Neue Testament
gelesen von Steffen Schroeder
Evangelium des Matthäus
Kapitel 1Jesu Stammbaum - Jesu Geburt
Kapitel 2 Die Weisen aus dem Morgenland - Die Flucht nach Ägypten - Der Kindermord des Herodes - Die Rückkehr aus Ägypten
Kapitel 3Johannes der Täufer - Jesu Taufe
Kapitel 4Jesu Versuchung - Der Beginn des Wirkens Jesu in Galiläa - Die Berufung der ersten Jünger - Krankenheilungen in Galiläa
Kapitel 5DIE BERGPREDIGT - Salz und Licht - Jesu Stellung zum Gesetz - Vom Töten - Vom Ehebrechen - Vom Schwören - Vom Vergelten - Von der Feindesliebe
Kapitel 6Vom Almosengeben - Vom Beten. Das Vaterunser - Vom Fasten - Vom Schätzesammeln und Sorgen
Kapitel 7Vom Richtgeist - Von der Gebetserhörung - Vom Tun des göttlichen Willens - Vom Hausbau
Kapitel 8Die Heilung eines Aussätzigen - Der Hauptmann von Kapernaum - Jesus im Haus des Petrus - Vom Ernst der Nachfolge - Die Stillung des Sturms - Die Heilung der zwei besessenen Gadarener
Kapitel 9Die Heilung eines Gelähmten - Die Berufung des Matthäus und das Mahl mit den Zöllnern - Die Frage nach dem Fasten - Die Heilung der blutflüssigen Frau und die Auferweckung der Tochter des Jaïrus - Die Heilung zweier Blinder und eines Stummen - Die große Ernte
Kapitel 10Die Berufung der Zwölf - Die Aussendung der Zwölf - Die Ansage kommender Verfolgungen - Entzweiungen um Jesu willen - Aufnahme um Jesu willen
Kapitel 11Die Anfrage des Täufers - Jesu Zeugnis über den Täufer - Jesu Weheruf über galiläische Städte - Jesu Lobpreis und Heilandsruf
Kapitel 12Das Ährenraufen am Sabbat - Die Heilung eines Mannes am Sabbat - Der Gottesknecht - Jesu Macht über die bösen Geister - Die Sünde gegen den heiligen Geist - Vom Baum und seinen Früchten - Die Zeichenforderung der Pharisäer - Von der Rückkehr des bösen Geistes - Jesu wahre Verwandte
Kapitel 13Vom Sämann - Vom Sinn der Gleichnisse - Die Deutung des Gleichnisses vom Sämann - Vom Unkraut unter dem Weizen - Vom Senfkorn - Vom Sauerteig - Die Deutung des Gleichnisses vom Unkraut - Vom Schatz im Acker und der kostbaren Perle - Vom Fischnetz - Die Verwerfung Jesu in Nazareth
Kapitel 14Das Ende Johannes des Täufers - Die Speisung der Fünftausend - Jesus und der sinkende Petrus auf dem See - Krankenheilungen in Genezareth
Kapitel 15Von Reinheit und Unreinheit - Die kanaanäische Frau - Weitere Heilungen - Die Speisung der Viertausend
Kapitel 16Die Zeichenforderung der Pharisäer - Warnung vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer - Das Bekenntnis des Petrus und die Verheißung an ihn - Die erste Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung - Von der Nachfolge
Kapitel 17Die Verklärung Jesu - Die Heilung eines mondsüchtigen Knaben - Die zweite Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung - Von der Zahlung der Tempelsteuer
Kapitel 18Der Rangstreit der Jünger - Warnung vor Verführung zum Abfall - Vom verlorenen Schaf - Zurechtweisung und Gebet in der Gemeinde - Von der Vergebung («Der Schalksknecht»)
Kapitel 19Von Ehe, Ehescheidung, Ehelosigkeit - Die Segnung der Kinder - Die Gefahr des Reichtums («Der reiche Jüngling») - Der Lohn der Nachfolge
Kapitel 20Von den Arbeitern im Weinberg - Die dritte Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung - Vom Herrschen und vom Dienen («Die Söhne des Zebedäus») - Die Heilung von zwei Blinden bei Jericho
Kapitel 21Jesu Einzug in Jerusalem - Die Tempelreinigung - Der verdorrte Feigenbaum - Die Frage nach Jesu Vollmacht - Von den ungleichen Söhnen - Von den bösen Weingärtnern
Kapitel 22Die königliche Hochzeit - Die Frage nach der Steuer («Der Zinsgroschen») - Die Frage nach der Auferstehung - Die Frage nach dem höchsten Gebot - Die Frage nach dem Davidssohn
Kapitel 23 Gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer - Klage über Jerusalem
Kapitel 24JESU REDE ÜBER DIE ENDZEIT - Der Anfang der Wehen - Die große Bedrängnis - Das Kommen des Menschensohns - Mahnung zur Wachsamkeit - Vom treuen und vom bösen Knecht
Kapitel 25Von den klugen und törichten Jungfrauen - Von den anvertrauten Zentnern - Vom Weltgericht
Kapitel 26LEIDEN, STERBEN UND AUFERSTEHUNG JESU - Die Salbung in Betanien - Der Verrat des Judas - Das Abendmahl - Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus - Jesus in Gethsemane - Jesu Gefangennahme - Jesus vor dem Hohen Rat Die Verleugnung des Petrus
Kapitel 27Jesus vor Pilatus. Das Ende des Judas - Jesu Verurteilung und Verspottung - Jesu Kreuzigung und Tod - Jesu Grablegung - Die Bewachung des Grabes
Kapitel 28Jesu Auferstehung - Der Missionsbefehl
Evangelium des Markus
Kapitel 1Johannes der Täufer - Jesu Taufe und Versuchung - Der Beginn des Wirkens Jesu in Galiläa - Die Berufung der ersten Jünger - Jesus in Kapernaum - Die Heilung eines Aussätzigen
Kapitel 2Die Heilung eines Gelähmten - Die Berufung des Levi und das Mahl mit den Zöllnern - Die Frage nach dem Fasten - Das Ährenraufen am Sabbat
Kapitel 3Die Heilung eines Mannes am Sabbat - Zulauf des Volkes und viele Heilungen - Die Berufung der Zwölf - Jesus und seine Angehörigen - Jesus und die bösen Geister - Jesu wahre Verwandte
Kapitel 4Vom Sämann - Vom Sinn der Gleichnisse - Die Deutung des Gleichnisses vom Sämann - Vom Licht und vom rechten Maß - Vom Wachsen der Saat - Vom Senfkorn - Die Stillung des Sturmes
Kapitel 5Die Heilung des besessenen Geraseners - Die Heilung einer blutflüssigen Frau und die Auferweckung der Tochter des Jaïrus
Kapitel 6Die Verwerfung Jesu in Nazareth - Die Aussendung der Zwölf - Das Ende Johannes des Täufers - Die Speisung der Fünftausend - Jesus kommt zu seinen Jüngern auf dem See - Krankenheilungen in Genezareth
Kapitel 7
Kapitel 8Die Speisung der Viertausend - Die Zeichenforderung der Pharisäer - Warnung vor den Pharisäern und vor Herodes - Die Heilung eines Blinden - Das Bekenntnis des Petrus - Die erste Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung - Von der Nachfolge
Kapitel 9Die Verklärung Jesu - Die Heilung eines besessenen Knaben - Die zweite Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung - Der Rangstreit der Jünger - Der fremde Wundertäter - Warnung vor Verführung zum Abfall -
Kapitel 10Von der Ehescheidung - Die Segnung der Kinder - Die Gefahr des Reichtums - Der Lohn der Nachfolge - Die dritte Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung - Vom Herrschen und vom Dienen - Die Heilung eines Blinden bei Jericho
Kapitel 11Jesu Einzug in Jerusalem - Der verdorrte Feigenbaum. Die Tempelreinigung - Die Frage nach Jesu Vollmacht
Kapitel 12Von den bösen Weingärtnern - Die Frage nach der Steuer - Die Frage nach der Auferstehung - Die Frage nach dem höchsten Gebot - Die Frage nach dem Davidssohn - Warnung vor den Schriftgelehrten - Das Scherflein der Witwe
Kapitel 13Das Ende des Tempels - Der Anfang der Wehen - Die große Bedrängnis - Das Kommen des Menschensohns - Mahnung zur Wachsamkeit
Kapitel 14Der Plan der Hohenpriester und Schriftgelehrten - Die Salbung in Betanien - Der Verrat des Judas - Das Abendmahl - Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus - Jesus in Gethsemane - Jesu Gefangennahme - Jesus vor dem Hohen Rat - Die Verleugnung des Petrus
Kapitel 15Jesus vor Pilatus - Jesu Verurteilung und Verspottung - Jesu Kreuzigung und Tod - Jesu Grablegung
Kapitel 16Jesu Auferstehung - Erscheinungen des Auferstandenen und Himmelfahrt -
Evangelium des Lukas
Evangelium des Johannes
Die Apostelgeschichte des Lukas
Der Brief des Paulus an die Römer
Der 1.Brief des Paulus an die Korinther
Der 2.Brief des Paulus an die Korinther
Der Brief des Paulus an die Galater
Der Brief des Paulus an die Epheser
Der Brief des Paulus an die Philipper
Der Brief des Paulus an die Kolosser
Der 1.Brief des Paulus an die Thessalonicher
Der 2.Brief des Paulus an die Thessalonicher
Der 1.Brief des Paulus an Timotheus
Der 2.Brief des Paulus an Timotheus
Der Brief des Paulus an Titus
Der Brief des Paulus an Philemon
Der Brief an die Hebräer
Der Brief des Jakobus
Der 1.Brief des Petrus
Der 2.Brief des Petrus
Der 1.Brief des Johannes
Der 2.Brief des Johannes
Der 3.Brief des Johannes
Der Brief des Judas
Die Offenbarung des Johannes
Kapitel 1Gruß an die sieben Gemeinden - Der Auftrag an Johannes
Kapitel 2Die sieben Sendschreiben
Kapitel 3Die sieben Sendschreiben
Kapitel 4Vor dem Thron Gottes
Kapitel 5Das Buch mit den sieben Siegeln
Kapitel 6Die Öffnung der ersten sechs Siegel
Kapitel 7Die Versiegelten
Kapitel 8Das siebente Siegel
Kapitel 9Und der fünfte Engel blies seine Posaune; und ich sah einen Stern, gefallen vom Himmel auf die Erde; und ihm wurde der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds gegeben
Kapitel 10Der Engel mit dem Büchlein
Kapitel 11
Kapitel 12Die Frau und der Drache
Jonathan Swift: Gullivers Reisen
gelesen von Ute Springer
Der Reisen erster Teil - Eine Reise nach Lilliput
Kapitel 1Der Verfasser erstattet Bericht über sich, seine Familie und die ersten Anlässe, die ihn zu reisen trieben. Er erleidet Schiffbruch, schwimmt um sein Leben und kommt wohlbehalten im Lande Lilliput ans Land, wo er gefangen genommen und landeinwärts gebracht wird.
Kapitel 2Der Kaiser von Lilliput kommt, begleitet von mehreren Adligen, um den Verfasser in seiner Haft zu sehen. Schilderungen der Erscheinung und Kleider des Kaisers. Gelehrte werden beauftragt, den Verfasser ihre Sprache zu lehren. Er erwirkt sich durch seine milde Charakteranlage Beliebtheit. Man durchsucht seine Taschen und nimmt ihm sein Schwert und seine Pistolen.
Kapitel 3Der Verfasser unterhält den Kaiser und den Adel beiderlei Geschlechts auf eine sehr ungewöhnliche Weise. Die Vergnügungen am Hofe Lilliput werden geschildert. Dem Verfasser wird unter bestimmten Bedingungen die Freiheit gewährt.
Kapitel 4Schilderung Mildendos, der Hauptstadt Lilliputs, sowie des Kaiserlichen Palastes. Eine Unterhaltung zwischen dem Verfasser und einem Staatssekretär über die Verhältnisse des Kaiserreiches. Der Verfasser erbietet sich, dem Kaiser in seinen Kriegen zu helfen.
Kapitel 5Der Verfasser verhindert durch eine ausserordentliche Kriegslist einen Einfall. Ihm wird ein hoher Ehrentitel verliehen. Es kommen Gesandte aus dem Kaiserreich Blefusku und bitten um Frieden. Die Gemächer der Kaiserin geraten durch einen Unfall in Brand, und der Verfasser hilft, den Rest des Palastes zu retten.
Kapitel 6.1Von den Einwohnern von Lilliput, ihrer Gelehrsamkeit, ihrer Gesetzen und Sitten und der Art, wie sie ihre Kinder erzogen.Wie der Verfasser in jenem Lande lebte. Seine Ehrenrettung einer grossen Dame.
Kapitel 6.2Ich will erst einiges über die Knabenschulen sagen, und dann über die Mädchenschulen.
Kapitel 7.1Der Verfasser wird von dem Plan unterrichtet, ihn des Hochverrats anzuklagen und flieht nach Blefusku. Seine dortige Aufnahme.
Kapitel 7.2Artikel 4: Besagter Quinbus Flestrin rüstet sich jetzt, entgegen der Pflicht eines treuen Untertan, eine Reise an den Hof und in das Reich Blefusku zu machen.
Kapitel 8Der Verfasser findet durch einen glücklichen Zufall Mittel und Wege, Blefusku zu verlassen und kehrt nach einigen Schwierigkeiten wohlbehalten in seine Heimat zurück.
Der Reisen zweiter Teil - Eine Reise nach Brobdingnag
Kapitel 1.1Schilderung eines grossen Sturms; das Beiboot wird ausgeschickt, um Wasser zu holen; der Verfasser geht mit, um das Land zu erkunden. Er wird an Land zurück gelassen, wird von einem der Eingeborenen aufgegriffen und in das Haus eines Pächters gebracht. Wie er dort aufgenommen wurde, und welche Zufälle sich dort ereigneten. Schilderung der Eingeborenen.
Kapitel 1.2Zu gleicher Zeit hörte ich die Schnitter keine hundert Ellen weit hinter mir.
Kapitel 1.3Ich sprang sofort wieder auf, und da ich sah, dass die guten Leute in großer Sorge waren, nahm ich meinen Hut, den ich aus Wohlerzogenheit unterm Arm hielt, schwang ihn übern Kopf und rief dreimal Hurra, um zu zeigen, dass ich mir bei meinem Fall keinen Schaden getan hatte.
Kapitel 2Schilderung der Tochter des Pächters. Der Verfasser wird in eine Marktstadt und von dort in eine Hauptstadt gebracht. Die Einzelheiten seiner Reise.
Kapitel 3.1Der Verfasser wird an den Hof geholt. Die Königin kauft ihm seinem Herrn, dem Pächter ab, und schenkt ihm den König. Er disputiert mit Seiner Majestät grossen Gelehrten. Dem Verfasser wird bei Hofe ein Gemach eingerichtet. Er gewinnt die besondre Gunst der Königin. Er tritt für die Ehre seines Heimatlandes ein. Seine Streitigkeiten mit dem Zwerg der Königin.
Kapitel 3.2Die Königin gewann meine Gesellschaft so lieb, dass sie nicht mehr ohne mich speisen konnte.
Kapitel 4Schilderung des Landes. Eine Vorschlag zur Verbesserung moderner Landkarten. Der Palast des Königs und eine Übersicht über die Hauptstadt. Die Art, wie der Verfasser reiste. Schilderung des wichtigsten Tempel.
Kapitel 5.1Mehrere Abenteuer, die dem Verfasser begegneten. Die Hinrichtung eines Verbrechers. Der Verfasser zeigt seine Gewandtheit in der Seefahrt.
Kapitel 5.2Die Königin, die mich oft von meinen Seereisen reden hörte und jede Gelegenheit ergriff, um mich, wenn ich melancholisch war, aufzuheitern, fragte mich, ob ich ein Segel oder ein Ruder zu handhaben wüsste, und ob nicht die Bewegung des Ruderns vielleicht meiner Gesundheit zuträglich sein würde.
Kapitel 6.1Mehrere Erfindungen des Verfassers, durch die er dem König und der Königin Vergnügen macht. Er zeigt seine Geschicklichkeit in der Musik. Der König erkundigt sich nach den Verhältnissen in Europa, über die der Verfasser ihm berichtet. Des Königs Anmerkungen dazu.
Kapitel 6.2Ich begann meine Rede damit, dass ich unserer Majestät mitteilte, unser Reich bestehe aus zwei Inseln, die, abgesehen von unserer Kolonien in Amerika, drei gewaltige Königreiche unter einem Herrscher bildeten.
Kapitel 6.3"Mein kleiner Freund, Du hast mir einem wunderbaren Panegyrikus auf deine Heimat gehalten."
Kapitel 7.1Des Verfassers Liebe zu seinem Lande. Er macht dem König einen sehr vorteilhaften Vorschlag, der abgelehnt wird. Des Königs große Unwissenheit in der Politik. Die große Unvollkommenheit und Beschränktheit der Gelehrsamkeit in jenem Lande. Seine Gesetze, seine militärischen Verhältnisse und die Parteien im Staat.
Kapitel 7.2Die Kunst der Buchdruckerei kennen sie wie die Chinesen seit unvordenklichen Zeiten. Aber ihre Bibliotheken sind nicht sehr umfangreich, denn die des Königs, die als die Größte gilt, beläuft sich auf nicht mehr als tausend Bände.
Kapitel 8.1Der König und die Königin unternehmen eine Reise an die Grenzen. Der Verfasser begleitet sie. Die Art, wie er das Land verlässt, wird in großer Ausführlichkeit geschildert. Er kehrt nach England zurück.
Kapitel 8.2Ich habe dem Leser bereits gesagt, dass an der fensterlosen Seite meiner Schachtel zwei starke Klammern angebracht waren, in die der Diener, der mich zu Pferde zu tragen hatte, einen ledernen Riemen zog, um ihn sich an den Gürtel zu schnallen.
Kapitel 8.3Ich bat ihn geduldig zu zuhören, während ich ihm meine Geschichte erzählte. Ich tat es getreulich von dem Augenblick an, in dem ich England zum letzten Mal verlassen hatte, bis er mich zuerst entdeckte.
Der Reisen dritter Teil - Eine Reise nach Laputa, Balnibarri, Luggnagg, Glubbdubdrib und Japan
Kapitel 1.1Der Verfasser bricht zu einer dritten Reise auf und wird von Piraten gefangen genommen. Die Tücke eines Holländers. Seine Ankunft auf einer Insel. Er wird in Laputa aufgenommen.
Kapitel 2.1Die Wunderlichkeiten und Anlagen der Laputianer. Bericht über ihre Gelehrsamkeit. Von dem König und seinem Hof. Wie der Verfasser dort aufgenommen wurde. Die Einwohner Opfer der Furcht und Sorge. Bericht über die Frauen.
Kapitel 2.2Das Wort, das sich die fliegende oder schwimmende Insel übersetzte, heißt im Original Laputa. Die genau Etymologie dieses Namens konnte ich nie in Erfahrung bringen.
Kapitel 3.1Ein Phänomen, das durch die moderne Philosophie und Astronomie gelöst ist. Die grossen Fortschritte der Laputianer in der zweiten Wissenschaft. Wie der König Empörungen unterdrückt.
Kapitel 4.1Der Verfasser verlässt Laputa, wird nach Balnibari überführt und kommt in der Hauptstadt an. Eine Schilderung der Hauptstadt und des umliegenden Landes. Der Verfasser wird von einem grossen Herrn gastfreundlich aufgenommen. Seine Unterhaltung mit diesem Herrn.
Kapitel 5.1Der Verfasser erhält die Erlaubnis, sich die Grosse Akademie von Lagado anzusehen. Ausführliche Schilderung der Akademie. Die Künste, mit denen die Professoren sich abgeben.
Kapitel 6.1Eine weiterer Bericht über die Akademie. Der Verfasser schlägt ein paar Verbesserungen vor, die ehrenvoll anerkannt werden.
Kapitel 7.1Der Verfasser verlässt Lagado und kommt nach Maldonada. Kein Schiff bereit. Er macht eine kurze Reise nach Glubbdubrib. Wie er vom Statthalter aufgenommen wird.
Kapitel 8.1Ein weiterer Bericht über Glubbdubrib. Eine Verbesserung der alten und modernen Geschichte.
Kapitel 9.1Der Verfasser kehrt nach Maldonada zurück. Er segelt zum Königreich Luggnagg. Der Verfasser wird gefangen gesetzt. Er wird an den Hof geholt. Sie Art, wie man ihn einführte. Des Königs grosse Milde gegen seine Untertanen.
Kapitel 10.1Lob der Luggnaggianer. Eine genaue Schilderung der Struldbrugs nebst vielen Unterhaltungen zwischen dem Verfasser und einigen hervorragenden Persönlichkeiten über dieses Thema.
Kapitel 10.2Der Lebensplan, den ich entworfen habe, sei unvernünftig und unrichtig, weil er die Dauer der Jugend, der Gesundheit und der Kraft voraussetze, die kein Mensch töricht genug sei, zu erhoffen, wie ausschweifend seine Wünsche sonst auch seien möchten.
Kapitel 11.1Der Verfasser kehrt zurück nach Luggnagg und segelt nach Japan. Von dort kehrt er auf einem holländischen Schiff nach Amsterdam zurück, und von Amsterdam nach England.
Der Reisen vierter Teil - Eine Reise ins Land der Houyhnhnms
Kapitel 1.1Der Verfasser bricht als Kapitän eines Schiffes auf. Seine Leute verschwören sich wider ihn und sperren ihn lange Zeit in seiner Kabine ein; sie setzen ihn an einer unbekannten Küste ans Land. Er reist landeinwärts. Schilderungen der Yahoos, einer wunderlichen Art Tiere. Der Verfasser begegnet zwei Houyhnhnms.
Kapitel 1.2Mitten in dieser Bedrängnis sah ich plötzlich, wie sie alle, so schnell sie konnten, davon liefen und als ich Mut fasste und den Baum verließ, um wieder den Weg zu verfolgen, fragte ich mich verwundert, was sie wohl in solchen Schrecken versetzt haben mochte.
Kapitel 2.1Der Verfasser wird von einem Houyhnhnm in sein Haus geführt. Schilderungen des Hauses. Empfang des Verfassers. Die Nahrung der Houyhnhnms. Der Verfasser aus Nahrungsmangel in Not;er erhält schließlich Rettung. Wie er sich in diesem Land ernährte.
Kapitel 2.2Gegen Mittag sah ich eine Art Fuhrwerk auf das Haus zu kommen, das wie ein Schlitten von vier Yahoos gezogen wurde. Darauf saß ein alter Hengst, der ein vornehmes Wesen zu sein schien.
Kapitel 3.1Der Verfasser bemüht sich, die Sprache zu lernen; sein Herr hilft dabei, ihn zu unterrichten. Schilderung der Sprache. Mehrere Houyhnhnms vom Stande kommen aus Neugier, um sich den Verfasser anzusehen. Er erstatten seinem Herrn kurz Bericht über seine Reise.
Kapitel 3.2Mein Herr sah der ganzen Verrichtung mit den größten Zeichen der Neugier und Bewunderung zu. Er nahm all meine Kleider in der Fußfessel und sah sich Stück für Stück sehr aufmerksam an, dann strich er mir sanft über den Körper und besah mich von allen Seiten.
Kapitel 4.1Die Begriffe des Houyhnhnm von Wahrheit und Unwahrheit. Des Verfassers Rede erregt das Missfallen seines Herrn. Der Verfasser gibt genaueren Bericht über sich selbst und die Begebnisse seiner Reise.
Kapitel 5.1Der Verfasser unterrichtet seinen Herrn auf dessen Befehl von den Verhältnissen Englands. Die Ursachen des Krieges unter den europäischen Fürsten. Der Verfasser beginnt ihm die englische Verfassung dazulegen.
Kapitel 5.2Ich sagte ihm, es gäbe unter uns eine Klasse von Menschen, die von Jugend auf in der Kunst unterrichtet würden, durch eigens zu diesem Zwecke gehäufte Worte zu beweisen, dass weiß schwarz ist, und schwarz weiß.
Kapitel 6.1Fortsetzung der Verhältnisse in England. Der Charakter eines ersten Staatsministers an einem europäischen Hof.
Kapitel 6.2Ich hatte schon früher mit meinem Herren über das Wesen der Regierung im Allgemeinen und insbesondere von unserer eigenen ausgezeichneten Verfassung gesprochen, die mit Recht von der ganen Welt angestaunt und bebeidet wird.
Kapitel 7.1Des Verfassers grosse Liebe zu seiner Heimat. Seines Herrn Bemerkungen zur Verfassung Englands, wie der Verfasser sie geschildert hatte.; nebst Analogien und Vergleichen. Seines Herrn Bemerkungen über die Menschennatur.
Kapitel 7.2Mein Herr fuhr in seiner Rede fort und sagte, nichts machte die Yahoos so scheusslich, wie ihre wahllose Gier alles zu verschlingen, was ihnen in den Weg komme.
Kapitel 8.1Der Verfasser berichtet allerlei Einzelheiten über die Yahoos. Die großen Tugenden der Houyhnhnms. Die Erziehung und die Leibesübungen ihrer Jugend. Die allgemeine Versammlung.
Kapitel 8.2Wenn die Frauen der Houyhnhnms ein Füllen von jedem Geschlecht geboren haben, so gesellen sie sich ihren Gatten nicht mehr. Es sei denn, dass sie durch irgendeinen Unfall eines ihrer Jungen verlieren, was jedoch selten geschieht.
Kapitel 9.1Eine grosse Debatte in der allgemeine Versammlung der Houyhnhnms und wie sie abschliesst. Die Gelehrsamkeit der Houyhnhnms. Ihre Gebäude. Die Art ihrer Begräbnisse. Die Mängel ihrer Sprache.
Kapitel 9.2Sie berechnen das Jahr nach dem Umlauf der Sonne und des Mondes, doch kennen sie keine Untereinteilung in Wochen. Mit den Bewegungen dieser beiden Himmelskörper sind sie recht genau bekannt und sie verstehen das Wesen der Verfinsterungen, das ist aber die Grenze ihres astronomischen Wissens.
Kapitel 10.1Des Verfassers Haushalt und glückliches Leben unter den Houyhnhnms. Welche grosse Fortschritte er durch den Verkehr mit ihnen in der Tugend machte.Seine Gespräche mit ihnen. Dem Verfasser wird von seinem Herrn verkündet, dass er das Land verlassen muss. Er fällt vor Schmerz in Ohnmacht, fügt sich aber. Er entwirft und vollendet mit Hilfe des Mitbediensteten ein Boot und sticht auf Geratewohl in See.
Kapitel 10.2Mitten in all diesem Glück schickte eines Morgens, als ich mich schon für mein Leben als untergebracht betrachtete, mein Herr ein wenig früher nach mir als sonst.
Kapitel 11.1Die gefährliche Fahrt des Verfassers. Er kommt in Neu-Holland an und hofft, sich dort niederlassen zu können. Er wird von einem der Eingeborenen von einem Pfeil verwundet, wird aufgegriffen und gewaltsam auf ein portugiesisches Schiff geschleppt. Die große Höflichkeit des Kapitäns. Der Verfasser kommt in England an.
Kapitel 11.2Der Kapitän begann als kluger Mann, nach dem er vielfach versucht hatte, mich in irgendeinem Teil meiner Geschichte auf einem Fehltritt zu ertappen, schließlich doch eine bessere Meinung von meiner Wahrhaftigkeit zu hegen.
Kapitel 12.1Von des Verfassers Wahrheitsliebe. Seine Absicht bei der Veröffentlichung dieses Werkes. Tadel jener Reisenden, die von der Wahrheit abweichen. Der Verfasser erklärt, dass er keinerlei schlimme Ziele verfolgte, als er schrieb. Widerlegung seines Einwandes. Die Methode der Gründung von Kolonien. Lob seiner Heimat. Das Recht der Krone wird an die vom Verfasser geschilderten Länder wird anerkannt. Die Schwierigkeiten einer Eroberung.Der Verfasser nimmt zum letztenmal Abschied von seinem Leser; er legt die Lebensweise dar, die er in Zukunft beobachten wird, erteilt einen guten Rat und schließt.
Kapitel 12.2-Ende-
Franz Kafka: Das Schloß
gelesen von Juan Carlos Lopez
Kapitel 1
Teil 1Es war spät abends, als K. ankam. Das Dorf lag in tiefem Schnee. Vom Schloßberg war nichts zu sehen, Nebel und Finsternis umgaben ihn, auch nicht der schwächste Lichtschein deutete das große Schloß an. Lange stand K. auf der Holzbrücke, die von der Landstraße zum Dorf führte, und blickte in die scheinbare Leere empor.
Teil 2Dem sich schüchtern nähernden Schwarzer winkte K. ab; ins Zimmer des Wirtes zu übersiedeln, wozu man ihn drängte, weigerte er sich, nahm nur vom Wirt einen Schlaftrunk an, von der Wirtin ein Waschbecken mit Seife und Handtuch und mußte gar nicht erst verlangen, daß der Saal geleert wurde, denn alles drängte mit abgewendeten Gesichtern hinaus, um nicht etwa morgen von ihm erkannt zu werden ...
Teil 3Im ganzen entsprach das Schloß, wie es sich hier von der Ferne zeigte, K.s Erwartungen. Es war weder eine alte Ritterburg noch ein neuer Prunkbau, sondern eine ausgedehnte Anlage, die aus wenigen zweistöckigen, aber aus vielen eng aneinander stehenden niedrigen Bauten bestand ...
Teil 4»Setzt Euch!« sagte der eine der Männer, ein Vollbärtiger, überdies mit einem Schnauzbart, unter dem er den Mund schnaufend immer offenhielt, zeigte, komisch anzusehen, mit der Hand über den Rand des Kübels auf eine Truhe hin und bespritzte dabei K. mit warmem Wasser das ganze Gesicht ...
Kapitel 2
Teil 1Als sie - K. erkannte es an einer Wegbiegung - fast beim Wirtshaus waren, war es zu seinem Erstaunen schon völlig finster. War er so lange fort gewesen? Doch nur ein, zwei Stunden etwa nach seiner Berechnung, und am Morgen war er fortgegangen, und kein Essenbedürfnis hatte er gehabt, und bis vor kurzem war gleichmäßige Tageshelle gewesen, erst jetzt die Finsternis.
Teil 2K. horchte dem Stimmklang nach und überhörte dabei fast die Frage: »Was willst du?« Am liebsten hätte er den Hörer schon weggelegt. Von diesem Gespräch erwartete er nichts mehr. Nur gezwungen fragte er noch schnell.- »Wann darf mein Herr ins Schloß kommen?«
Teil 3K. nahm ein Bild von der Wand und hing den Brief an den Nagel; in diesem Zimmer würde er wohnen, hier sollte der Brief hängen. Dann stieg er in die Wirtsstube hinunter. Barnabas saß mit den Gehilfen bei einem Tischchen. »Ach, da bist du«, sagte K. ohne Anlaß, nur weil er froh war, Barnabas zu sehen.
Teil 4Freilich fühlte K., daß er trotz größter Anstrengung gleichen Schritt mit Barnabas zu halten nicht imstande war, seine freie Bewegung hinderte, und daß unter gewöhnlichen Umständen schon an dieser Nebensächlichkeit alles scheitern müsse, gar in Seitengassen wie jener, wo K. am Vormittag im Schnee versunken war und aus der er nur von Barnabas getragen herauskommen konnte.
Kapitel 3
Teil 1Im Ausschank, einem großen, in der Mitte völlig leeren Zimmer, saßen an den Wänden bei Fässern und auf ihnen einige Bauern, die aber anders aussahen als die Leute in K.s Wirtshaus. Sie waren reinlicher und einheitlicher in graugelblichen, groben Stoff gekleidet, die Jacken waren gebauscht, die Hosen anliegend.
Teil 2Sie nahm aus der Ledertasche, die sie am Gürtel hängen hatte, ein Hölzchen, verstopfte damit das Guckloch, sagte zu K., sichtbar sich bezwingend, um ihn von der Änderung ihrer Gesinnung nichts merken zu lassen: "Was Sie betrifft, so weiß ich doch alles, Sie sind der Landvermesser", fügte dann hinzu: "Nun muß ich aber an die Arbeit", und ging an ihren Platz hinter dem Ausschanktisch...
Teil 3Glücklicherweise kam Frieda bald und erwähnte K. nicht, klagte nur über die Bauern und ging, in dem Bestreben K. zu suchen, hinter das Pult. Dort konnte K. ihren Fuß berühren und fühlte sich von jetzt an sicher. Da Frieda K. nicht erwähnte, mußte es der Wirt schließlich tun. »Und wo ist der Landvermesser?« fragte er.
Teil 4Was war geschehen? Wo waren seine Hoffnungen? Was konnte er nun von Frieda erwarten, da alles verraten war? Statt vorsichtigst, entsprechend der Größe des Feindes und des Zieles, vorwärtszugehen, hatte er sich hier eine Nacht lang in den Bierpfützen gewälzt, deren Geruch jetzt betäubend war. »Was hast du getan?« sagte er vor sich hin. »Wir beide sind verloren.« - »Nein,« sagte Frieda, »nur ich bin verloren, doch ich habe dich gewonnen.
Kapitel 4
Teil 1Er hätte gern mit Frieda vertraulich gesprochen, aber die Gehilfen, mit denen übrigens Frieda hie und da auch scherzte und lachte, hinderten ihn daran durch ihre bloße, aufdringliche Gegenwart. Anspruchsvoll waren sie allerdings nicht, sie hatten sich in einer Ecke auf dem Boden auf zwei alten Frauenröcken eingerichtet. Es war, wie sie mit Frieda besprachen, ihr Ehrgeiz, den Herrn Landvermesser nicht zu stören und möglichst wenig Raum zu brauchen, sie machten in dieser Hinsicht...
Teil 2Während K. mit beiden Händen Friedas Haar streichelte, fragte er die Wirtin: »Sie scheinen mir recht zu geben?« »Sie sind ein Ehrenmann«, sagte die Wirtin, auch sie hatte Tränen in der Stimme, sah ein wenig verfallen aus und atmete schwer; trotzdem fand sie noch die Kraft, zu sagen: »Es werden jetzt nur gewisse Sicherungen zu bedenken sein, die Sie Frieda geben müssen, denn wie groß auch nun meine Achtung vor Ihnen ist...
Teil 3»Gewiß, das ist merkwürdig«, sagte K., und nahm Frieda, die sich, wenn auch mit gesenktem Kopf, gleich fügte, zu sich auf den Schoß, »es beweist aber, glaube ich, daß sich auch sonst nicht alles genauso verhält, wie Sie glauben. So haben Sie zum Beispiel gewiß recht, wenn Sie sagen, daß ich vor Klamm ein Nichts bin; und wenn ich jetzt auch verlange, mit Klamm zu sprechen, und nicht einmal durch Ihre Erklärungen davon abgebracht bin, so ist damit noch nicht gesagt...
Teil 4»Nein!« rief die Wirtin wütend dazwischen. »Friedas Stellung hat in dieser Hinsicht gar nichts mit Ihrer zu tun. Frieda gehört zu meinem Haus, und niemand hat das Recht, ihre Stellung hier eine unsichere zu nennen.« »Gut, gut«, sagte K., »ich gebe Ihnen auch darin recht, besonders da Frieda aus mir unbekannten Gründen zuviel Angst vor Ihnen zu haben scheint, um sich einzumischen. Bleiben wir also vorläufig nur bei mir.
Kapitel 5
Teil 1Die Besprechung mit dem Vorsteher machte K. fast zu seiner eigenen Verwunderung wenig Sorgen. Er suchte es sich dadurch zu erklären, daß nach seinen bisherigen Erfahrungen der amtliche Verkehr mit den gräflichen Behörden für ihn sehr einfach gewesen war ...
Teil 2»Aber«, unterbrach sich hier der Vorsteher, als sei er im Eifer des Erzählens zu weit gegangen oder als sei es wenigstens möglich, daß er zu weit gegangen sei, »langweilt Sie die Geschichte nicht?«
Teil 3»Gewiß«, sagte K., »noch besser aber verstehe ich, daß hier ein entsetzlicher Mißbrauch mit mir, vielleicht sogar mit den Gesetzen getrieben wird. Ich werde mich für meine Person dagegen zu wehren wissen.«
Kapitel 6
Teil 1Vor dem Wirtshaus erwartete ihn der Wirt. Ohne gefragt zu werden, hätte er nicht zu sprechen gewagt, deshalb fragte ihn K., was er wolle. »Hast du schon eine neue Wohnung?« fragte der Wirt, zu Boden sehend. »Du fragst im Auftrage deiner Frau«, sagte K., »du bist wohl sehr abhängig von ihr?«
Teil 2»Wie lange ist denn das alles her?« fragte er seufzend. »Über zwanzig Jahre«, sagte die Wirtin. »Weit über zwanzig Jahre.« »So lange hält man Klamm die Treue«, sagte K.
Teil 3»Meinen Sie das alles im Ernst?« fragte die Wirtin.
»Im Ernst«, sagte K. schnell, »nur glaube ich, daß Hansens Verwandtschaft mit ihren Hoffnungen weder ganz recht noch ganz unrecht hatte, und ich glaube auch den Fehler zu erkennen, den sie gemacht haben.
Kapitel 7
Teil 1Oben traf K. den Lehrer. Das Zimmer war erfreulicherweise kaum wiederzuerkennen, so fleißig war Frieda gewesen. Es war gut gelüftet worden, der Ofen reichlich geheizt, der Fußboden gewaschen, das Bett geordnet, die Sachen der Mägde, dieser hassenswerte Unrat, einschließlich ihrer Bilder, waren verschwunden, der Tisch, der einem früher, wohin man sich auch wendete, mit seiner schmutzüberkrusteten Platte förmlich nachgestarrt hatte, war mit einer weißen, gestrickten Decke überzogen.
Teil 2Im Zimmer eilte er gleich zum Ofen; um den Lehrer kümmerte er sich nicht; dieser saß beim Tisch, zog die Uhr hervor und sagte: »Es ist spät geworden.« - »Dafür sind wir aber jetzt auch völlig einig, Herr Lehrer«, sagte Frieda. »Wir nehmen die Stelle an.« »Gut«, sagte der Lehrer, »aber die Stelle ist dem Herrn Landvermesser angeboten.
Kapitel 8
Teil 1Zunächst war K. froh, dem Gedränge der Mägde und Gehilfen in dem warmen Zimmer entgangen zu sein. Auch fror es ein wenig, der Schnee war fester, das Gehen leichter. Nur fing es freilich schon zu dunkeln an, und er beschleunigte die Schritte.
Teil 2Er öffnete die breite Tür und hätte gleich aus der Tasche, welche auf der Innenseite der Tür angebracht war, die Flasche herausziehen können, aber da nun die Tür offen war, trieb es ihn so sehr in das Innere des Schlittens, daß er nicht widerstehen konnte, nur einen Augenblick lang wollte er darin sitzen.
Kapitel 9
Teil 1Und er riß sich los und ging ins Haus zurück, diesmal nicht an der Mauer entlang, sondern mitten durch den Schnee, traf im Flur den Wirt, der ihn stumm grüßte und auf die Tür des Ausschanks zeigte, folgte dem Wink, weil ihn fror und weil er Menschen sehen wollte, war aber sehr enttäuscht, als er dort an einem Tischchen, das wohl eigens hingestellt worden war, denn sonst begnügte man sich dort mit Fässern, den jungen Herrn sitzen und vor ihm - ein für K. bedrückender Anblick - die Wirtin aus dem Brückengasthaus stehen sah.
Teil 2»Ach, Frau Wirtin«, sagte K., »es ist weder der einzige Weg zu Klamm, noch ist er mehr wert als die anderen. Und Sie, Herr Sekretär, entscheiden darüber, ob das, was ich hier sagen würde, bis zu Klamm dringen darf oder nicht?«
Kapitel 10
Teil 1Auf die wild umwehte Freitreppe trat K. hinaus und blickte in die Finsternis. Ein böses, böses Wetter. Irgendwie im Zusammenhang damit fiel ihm ein, wie sich die Wirtin bemüht hatte, ihn dem Protokoll gefügig zu machen, wie er aber standgehalten hatte.
Kapitel 11
Teil 1Ganz durchfroren kam er zu Hause an, es war überall finster, die Kerzen in den Laternen waren niedergebrannt, von den Gehilfen geführt, die sich hier schon auskannten, tastete er sich in ein Schulzimmer durch.
Kapitel 12
Teil 1Am Morgen erwachten alle erst, als schon die ersten Schulkinder da waren und neugierig die Lagerstätte umringten.
Kapitel 13
Teil 1Kaum waren alle fort, sagte K. zu den Gehilfen: »Geht hinaus!« Verblüfft durch diesen unerwarteten Befehl, folgten sie, aber als K. hinter ihnen die Tür zusperrte, wollten sie wieder zurück, winselten draußen und klopften an die Tür.
Teil 2»Die Armen! Die Armen!« sagte Frieda.
»Warum ich sie weggetrieben habe?« rief K. »Der unmittelbare Anlaß dafür bist du gewesen.«
Teil 3Nach einem Weilchen klopfte es leise. »Barnabas!« schrie K., warf den Besen hin und war mit einigen Sätzen bei der Tür. Über den Namen mehr als über alles andere erschrocken, sah ihn Frieda an.
Teil 4Hans hatte gespannt zugehört, das meiste verstanden, die Drohung des unverständlichen Restes stark empfunden. Trotzdem sagte er, mit dem Vater könne K. nicht sprechen, der Vater habe eine Abneigung gegen ihn, und er würde ihn wahrscheinlich wie der Lehrer behandeln
Teil 5Das alles war wütend geschrien, aber die Worte waren verhältnismäßig sanft, selbst das an sich grobe Du. K. war sofort bereit zu folgen; nur um den Lehrer auszuhorchen, sagte er: »Ich bin doch gekündigt.«
Teil 6Gespannt, mit zusammengezogenem Mund, hatte K. zugehört; das Holz unter ihm war ins Rollen gekommen, er war fast auf den Boden geglitten, er hatte es nicht beachtet; erst jetzt stand er auf setzte sich auf das Podium, nahm Friedas Hand, die sich ihm schwach zu entziehen suchte, und sagte: »Ich habe in dem Bericht deine und der Wirtin Meinung nicht immer voneinander unterscheiden können.«
Teil 7
Kapitel 14
Teil 1Endlich - es war schon dunkel, später Nachmittag - hatte K. den Gartenweg freigelegt, den Schnee zu beiden Seiten des Weges hochgeschichtet und festgeschlagen und war nun mit der Arbeit des Tages fertig.
Teil 2Doch war dies nur ein Gedanke, mit dem K. sich selbst tröstete, Schwarzer blieb trotzdem in seiner Schuld, hatte er K. damals geschadet, vielleicht konnte er nächstens helfen, K. würde auch weiterhin Hilfe im Allergeringsten, in den allerersten Vorbedingungen nötig haben, so schien ja zum Beispiel auch Barnabas wieder zu versagen.
Kapitel 15
Teil 1K. blieb mit etwas erstauntem Gesicht zurück, Olga lachte über ihn, zog ihn zur Ofenbank, sie schien wirklich glücklich zu sein darüber, daß sie jetzt mit ihm allein hier sitzen konnte, aber es war ein friedliches Glück, von Eifersucht war es gewiß nicht getrübt.
Teil 2Durch alle die ungünstigen Neuigkeiten Olgas war K. zwar betroffen, doch sah er einen Ausgleich zum großen Teile darin, daß er hier Menschen fand, denen es, wenigstens äußerlich, sehr ähnlich ging wie ihm selbst, denen er sich also anschließen konnte, mit denen er sich in vielem verständigen konnte, nicht nur in manchem, wie mit Frieda.
Teil 3»Hier, glaube ich, kommst du zu dem Entscheidenden«, sagte K. »Das ist es. Nach allem, was du erzählt hast, glaube ich, jetzt klar zu sehen. Barnabas ist zu jung für diese Aufgabe. Nichts von dem, was er erzählt, kann man ohne weiteres ernst nehmen.
Teil 4Amalias Geheimnis: »Urteile selbst«, sagte Olga, »übrigens klingt es sehr einfach, man versteht nicht gleich, wie es eine große Bedeutung haben kann.
Teil 5»Still«, sagte Olga, »Amalia sieht herüber.« Amalia hatte die Fütterung der Eltern beendet und war jetzt daran, die Mutter auszuziehen; sie hatte ihr gerade den Rock losgebunden, hing sich die Arme der Mutter um den Hals, hob sie so ein wenig, streifte ihr den Rock ab und setzte sie dann sanft wieder nieder.
Teil 6Wir aber wissen, daß Frauen nicht anders können, als Beamte lieben, wenn sich diese ihnen einmal zuwenden; ja, sie lieben die Beamten schon vorher, sosehr sie es leugnen wollen, und Sortini hat sich Amalia ja nicht nur zugewendet, sondern ist über die Deichsel gesprungen, als er Amalia sah, mit den von der Schreibtischarbeit steifen Beinen ist er über die Deichsel gesprungen.
Teil 7Amalias Strafe: »Aber kurz darauf wurden wir schon von allen Seiten mit Fragen wegen der Briefgeschichte überschüttet, es kamen Freunde und Feinde, Bekannte und Fremde; man blieb aber nicht lange, die besten Freunde verabschiedeten sich am allereiligsten.
Teil 8»Von Sortini will ich nicht reden«, sagte Olga. »Bei den Herren im Schloß ist alles möglich, ob es nun um das schönste oder um das häßlichste Mädchen geht.
Teil 9Bittgänge: »Und was taten wir unterdessen? Das Schlimmste, was wir hätten tun können, etwas, wofür wir gerechter hätten verachtet werden dürfen, als wofür es wirklich geschah:
Teil 10Hier unterbrach K., der bisher ganz versunken Olga zugehört hatte, die Erzählung mit der Frage: »Und du hältst das nicht für richtig?«
Teil 11Olgas Pläne: »Nun galt es, wieder irgendeine Beschäftigung für den Vater zu finden, für die er noch fähig war, irgend etwas, was ihn zumindest in dem Glauben erhielt, daß es dazu diene, die Schuld von der Familie abzuwälzen.
Teil 12Bei den Knechten war nichts mehr zu erreichen. Der Bote Sortinis war nicht zu finden und würde niemals zu finden sein, immer weiter schien sich Sortini und damit auch der Bote zurückzuziehen, oft geriet ihr Aussehen und Name schon in Vergessenheit, und ich mußte sie oft lange beschreiben, um damit nichts zu erreichen, als daß man sich mühsam an sie erinnerte, aber darüber hinaus nichts über sie sagen konnte.
Teil 13Olga brach ab. Es war still, bis auf das schwere, manchmal röchelnde Atmen der Eltern. K. sagte nur leichthin, wie zur Ergänzung von Olgas Erzählung: »Ihr habt euch mir gegenüber verstellt. Barnabas überbrachte den Brief wie ein alter, vielbeschäftigter Bote, und du ebenso wie Amalia, die diesmal also mit euch einig war, tatet so, als sei der Botendienst und die Briefe nur irgendein Nebenbei.«
Kapitel 16
Teil 1Als er dann auf der Straße war, sah er, soweit die trübe Nacht es erlaubte, weiter oben vor des Barnabas Haus noch immer den Gehilfen auf und ab gehen, manchmal blieb er stehen und versuchte durch das verhängte Fenster in die Stube zu leuchten.
Teil 2Jeremias hatte sich schon zu entfernen angefangen; K. rief ihn zurück. »Jeremias«, sagte er, »ich will ganz offen zu dir sein, beantworte mir auch ehrlich eine Frage.
Kapitel 17
Teil 1Vor dem dunklen Herrenhof stand eine kleine Gruppe Männer, zwei oder drei hatten Handlaternen mit, so daß manche Gesichter kenntlich waren. K. fand nur einen Bekannten, Gerstäcker, den Fuhrmann.
Kapitel 18
Teil 1Da sah K., wie er ziellos umherblickte, weit in der Ferne an einer Wendung des Ganges Frieda; sie tat, als erkenne sie ihn nicht, blickte nur starr auf ihn, in der Hand trug sie eine Tasse mit leerem Geschirr.
Teil 2Und wieder schien es K. gut, Frieda ein wenig abzulenken, und er bat sie, ihm etwas zu essen zu bringen, weil er schon seit Mittag nichts gegessen habe. Frieda, offenbar auch durch die Bitte erleichtert, nickte und lief, etwas zu holen, nicht den Gang weiter, wo K. die Küche vermutete, sondern seitlich, ein paar Stufen abwärts.
Teil 3Da nahm K. Friedas Hand in die seine; Frieda wollte sie ihm entziehen, aber lächelnd und nicht mit großer Kraftanstrengung. »Aber ich muß nicht verleumden«, sagte K., »denn du liebst ihn ja nicht, glaubst es nur und wirst mir dankbar sein, wenn ich dich von der Täuschung befreie.
Teil 4Nun fühlte er sich wenigstens kräftig genug, vor Erlanger zu treten. Er suchte Erlangers Zimmertür, aber da der Diener und Gerstäcker nicht mehr zu sehen und alle Türen gleich waren, konnte er sie nicht finden.
Teil 5Sie müssen sich nicht durch Enttäuschungen abschrecken lassen. Es scheint hier manches ja daraufhin eingerichtet, abzuschrecken, und wenn man neu hier ankommt, scheinen einem die Hindernisse völlig undurchdringlich.
Teil 6K. war allein in einem großen Raum, kampfbereit drehte er sich um und suchte den Gegner; es war aber niemand mehr da, auch die Gesellschaft hatte sich verlaufen, nur das Champagnerglas lag zerbrochen auf der Erde.
Teil 7Sie glauben, es kann gar nicht vorkommen? Sie haben recht, es kann gar nicht vorkommen. Aber eines Nachts - wer kann für alles bürgen? - kommt es doch vor.
Kapitel 19
Teil 1Wahrscheinlich wäre er ebenso gleichgültig an Erlangers Zimmer vorübergegangen, wenn Erlanger nicht in der offenen Türe gestanden wäre und ihm zugewinkt hätte. Ein kurzer, einmaliger Wink mit dem Zeigefinger.
Teil 2K. betrachtete das alles nicht nur mit Neugier, sondern auch mit Teilnahme. Er fühlte sich fast wohl inmitten des Getriebes, sah hierhin und dorthin und folgte - wenn auch in entsprechender Entfernung - den Dienern, die sich freilich schon öfters mit strengem Blick, gesenktem Kopf, aufgeworfenen Lippen nach ihm umgewandt hatten, und sah ihrer Verteilungsarbeit zu.
Teil 3Der Gemeindevorsteher hatte ja immer von diesem allerkleinsten Fall gesprochen. Und K. suchte, so willkürlich und lächerlich er selbst im Grunde seine Annahme fand, sich dem Diener, der den Zettel nachdenklich durchsah, zu nähern; das war nicht ganz leicht, denn der Diener vergalt K.s Zuneigung schlecht, auch inmitten der härtesten Arbeit hatte er immer noch Zeit gebunden, um böse oder ungeduldig mit nervösem Kopfrücken nach K. hinzusehen.
Teil 4K. dagegen stellt sich dorthin, wo er am sichtbarsten ist, und könnte er dadurch das Heraufkommen des Tages verhindern, würde er es tun. Er kann es nicht verhindern, aber verzögern, erschweren kann er es leider.
Kapitel 20
Teil 1Als K. erwachte, glaubte er zuerst, kaum geschlafen zu haben; das Zimmer war unverändert leer und warm, alle Wände in Finsternis, die eine Glühlampe über den Bierhähnen erloschen, auch vor den Fenstern Nacht. Aber als er sich streckte, das Kissen herunterfiel und Bett und Fässer knarrten, kam gleich Pepi, und nun erfuhr er, daß es schon Abend war und er weit über zwölf Stunden geschlafen hatte.
Teil 2Des Morgens darf man überhaupt nicht aus dem Zimmer, da wollen die Sekretäre allein unter sich sein, das Essen bringen ihnen die Knechte aus der Küche, damit haben die Zimmermädchen gewöhnlich nichts zu tun, auch während der Essenszeit darf man sich nicht auf dem Gang zeigen.
Teil 3Aber er stellt es nicht richtig; nun, dann ist nichts richtigzustellen und es ist die lautere Wahrheit. Was man sieht, ist zwar nur, daß Frieda das Bier in Klamms Zimmer trägt und mit der Bezahlung wieder herauskommt; aber das, was man nicht sieht, erzählt Frieda, und man muß es ihr glauben.
Teil 4Ihre beiden Kolleginnen hielten treu zu ihr, es ist auch eine gewisse Ehre für sie, wenn ein Mädchen gerade aus ihrer Gruppe Ausschankmädchen wird, und dann hätte ihnen ja Pepi später, wenn sie zur Macht gekommen wäre, manche Vorteile verschaffen können.
Teil 5Inzwischen verliert Frieda nicht die Zeit, sie sitzt in der Schule, wohin sie ja K. wahrscheinlich gelenkt hat, und beobachtet den Herrenhof und beobachtet K. Boten hat sie ausgezeichnete zur Hand: K.s Gehilfen, die ihr - man begreift es nicht, selbst wenn man K. kennt, begreift man's nicht - K. gänzlich überläßt.
Teil 6Hast du keinen Rat für mich, Pepi?« - »Doch«, sagte Pepi, plötzlich lebhaft werdend und K. bei den Schultern fassend, »wir sind beide die Betrogenen, bleiben wir beisammen.
Teil 7Ende
Neue Datei
Mark Twain: Der geheimnisvolle Fremde
gelesen von Katharina Dalichau
Kapitel 1
Teil 1Es war im Jahre 1590 - im Winter. Österreich war weit aus der Welt und schlief.
Kapitel 2
Teil 1Drei von uns Dorfjungen waren stets zusammen gewesen, seit wir in der Wiege lagen. Wir hatten einander gern von Anbeginn, und diese Zuneigung war mit zunehmenden Alter gewachsen.
Teil 2Schließlich war ich kühn genug, ihn zu fragen, wer er sei. Ganz schlicht gab er zur Antwort: "Ein Engel."
Kapitel 3
Teil 1Der Fremde hatte alles gesehen, war überall gewesen, kannte alles und vergaß nichts. Was andere mühsam erlernen müssen, war im Augenblick sein geistiger Besitz.
Teil 2Er schilderte uns jetzt wieder alte Zeiten dergestalt, daß sie lebensfroh vor uns standen. Er hatte so unendlich viel gesehen.
Kapitel 4
Teil 1Es erregte ungeheures Aufsehen, als Vater Peter am nächsten Tage Salomon Isaak in Gold bezahlte und den Rest des Geldes bei ihm auf Zinsen ließ.
Kapitel 5
Teil 1Am vierten Tage kam der Sterndeuter aus seinem wackeligen, alten Turm im Tale, wohin vermutlich die Neuigkeit gedrungen war, um persönliche Rücksprache zu nehmen.
Teil 2Am Nachmittag des vierten Tages nach der Katastrophe erschien die alte Ursula und bot ihre Dienst als Wäscherin an.
Teil 3Ursula machte sich, Agnes auf den Armen tragend, auf den Heimweg, und ich äußerte den Wunsch, an ihrer Stelle zu sein, um Marget sehen zu können.
Kapitel 6
Teil 1Im nächsten Augenblick waren wir in einem französischen Dorf. Wir gingen durch die große Fabrik, wo Männer und Frauen und kleine Kinder in Hitze und Schmutz in einem Nebel von Staub arbeiteten.
Teil 2Es folgte nun eine höchst eintönige Woche, denn da Satan nicht zurückkehrte, ereignete sich nichts von Belang.
Teil 3Ich sprach mit Satan gelegentlich über die elf Mädchen und die alte Frau, aber das ließ ihn kalt.
Kapitel 7
Teil 1Marget erließ an vierzig Personen Einladungen zu einer Gesellschaft. In sieben Tagen sollte sie stattfinden.
Teil 2Als der Sterndeuter zum Marktplatz kam, ging er sofort auf einen phantastisch gekleideten Taschenspieler zu, der drei Kupferkugeln in der Luft spielen ließ.
Teil 3Wir saßen auf einem Berge, der eine weitgestreckte Gebirgslandschaft, Schluchten und Täler, Ebenen, Flüsse und Städte, die im Sonnenlicht schlummerten, überragte, und der in weiter Ferne einen Ausblick auf das blaue Meer bot.
Teil 4Wie betrübend das alles klang! "Er ist ein Gefangener sein Leben lang", sagte ich kummervoll, "und Freiheit kann er nicht erringen."
Kapitel 8
Teil 1Ich konnte keinen Schlaf finden. Es war nicht der Stolz auf meine Reise, der mich erregte, nicht der Stolz, daß ich um die große Erde bis nach China gekommen war und verächtlich herabschauen konnte auf Bartel Sperling, der uns alle geringschätzte, weil er der einzige junge Mann war, der Wien und die Wunder der Welt gesehen hatte.
Teil 2Immer näher kam es heran. Nikolaus war immer froh und glücklich und immer erstaunt, daß wir es nicht waren.
Teil 3 "Himmel, wie blaß ihr ausschaut! Ich glaube, ihr seid krank. Setzt euch hin, ich bringe euch Medizin. Der Kuchen ist euch nicht bekommen."
Teil 4Wir waren sprachlos. Der Schrecken ließ uns erstarren. Hätten wir nicht um eine Änderung in ihrem Leben gebeten gehabt, so wäre ihr dieses entsetzliche Schicksal erspart worden.
Teil 5Dann verschwand diese Vision. Eine lange Reihe uns unbekannter Kriege, Mordtaten und Metzeleien folgte.
Kapitel 9
Teil 1Die Macht, die Satan über Zeit und Raum besaß, war wunderbar. Sie waren für ihn nicht vorhanden. Ernannte sie menschliche Erfindungen- Künsteleien.
Kapitel 10
Teil 1Ein Tag nach dem anderen verging, und kein Satan ließ sich sehen.
Teil 2Man konnte den starken Eindruck, den es auf die Zuhörer ausgeübt hatte, bemerken.
Teil 3Was nun Satan getan hatte, war dies; er war mit folgenden Worten vor den armen Priester hingetreten: "Der Prozess ist beendet, Ihr seid für alle Zeiten als Dieb entehrt. Das ist das Urteil des Gerichtes."
Teil 4Der Fakir zeigte den Zuschauern ein Saatkorn, bedeckte es in einem kleinen Blumentopf mit Erde und breitete ein Tuch über den Topf.
Kapitel 11
Miguel de Cervantes: Don Quichote
gelesen von Nito Torres
1. Buch
Kapitel 1Stand und Lebensweise des ruhmvollen edlen Don Quichote von la Mancha.
Kapitel 2Vom ersten Aufbruch des scharfsinnigen Don Quichote aus seinem Besitztum.
Kapitel 3Erzählt die zierliche Weise wie Don Quichote zum Ritter geschlagen wurde.
Kapitel 4Was unserem Ritter begegnete als er die Schenke verließ.
Kapitel 5Fährt fort von dem Unfalle unseres Ritters zu erzählen.
Kapitel 6Lustiger und feierlicher Gerichtstag, den der Pfarrer und Barbier im Büchersaale unseres scharfsinnigen Edlen hielten, und dessen zweiter Auszug.
Kapitel 7.1Von dem guten Glücke, dass der tapfere Don Quichote in dem greulichen und unerhörten Abenteuer mit den Windmühlen hatte, nebst anderen Glücksfällen, die der Aufbewahrung würdig.
Kapitel 7.2Die Padres reisten nicht mit ihr, obgleich sie dieselbe Strasse zogen, aber kaum hatte sie Don Quichote gesehen als er zu seinem Stallmeister sagte: "Wenn ich mich nicht trüge, so ist dieses das berühmteste Abenteuer, das jemals gesehen worden."
Kapitel 8Ein anmutiges Gespräch zwischen Don Quichote und Sancho Panza, seinem Stallmeister.
Kapitel 9Enthält ein unglückliches Abenteuer des Don Quichote, indem er einigen Ungefügen Jangueza begegnet.
Kapitel 10Was dem sinnreichen Edlen in der Schenke begegnete, die er für ein Castell hielt.
Kapitel 11Enthält die Fortsetzung der mannigfaltigen Mühseligkeiten, die den braven Don Quichote und seinen wackeren Stallmeister in der Schenke trafen, die er zu seinem Unglück für ein Castell ansah.
Kapitel 12.1Hier wird das Gespräch erzählt, dass Sancho Panza mit seinem Gebieter Don Quichote führte, nebst anderen Abenteuern, die der Erzählung würdig sind.
Kapitel 12.2Sancho schrie laut und rief: "Haltet doch, mein gnädiger Herr Don Quichote! Ich schwör`s zu Gott, Hammel und Schafe sind das, was ihr angreift!"
Kapitel 13Weises Gespräch, dass Sancho mit seinem Herrn führte, Abenteuer, dass diesem mit einem Leichname begegnete und andere große Begebenheiten.
Kapitel 14Von dem niemals erhörten und nie gesehenen Abenteuer, das kein weltberühmter Ritter in der ganzen Welt jemals mit weniger Gefahr vollbracht als es vom tapferen Don Quichote von la Mancha vollbracht wurde.
Kapitel 15Erzählt das hohe Abenteuer und die preisliche Eroberung von Mambrins Helm, nebst anderen Dingen, die unserem unüberwindlichen Ritter zustießen.
Kapitel 16Hier erteilt Don Quichote vielen Unglücklichen die Freiheit, die man wider Willen hinführte, wo sie ungern hingingen.
Kapitel 17.1Was dem berühmten Don Quichote in dem schwarzen Gebirge begegnete. Eines der wundersamsten Abenteuer, die in dieser wahrhaften Geschichte vorgetragen werden.
Kapitel 17.2Der Ritter von der traurigen Gestalt ging mit dem heftigen Wunsch schwanger zu wissen, wer der Herr des Mantelsackes sei.
Kapitel 18Enthält die Fortsetzung des Abenteuers in dem schwarzen Gebirge.
2. Buch
Kapitel 1.1Handelt von den wunderbaren Dingen, die dem tapferen Ritter von la Mancha im Schwarzen Gebirge begegneten, und wie er die Buße des Dunkelschön nachahmte.
Kapitel 1.2Wie Sancho dies sah, sagte er: "Der sei verdammt, der uns der Mühe überhoben hat, dem Grauen den Sattel abzunehmen."
Kapitel 1.3"Höre zu," sagte Don Quichote, "Don Quichote an Dulcinea von Toboso".
Kapitel 2.1Das die Fortsetzung dessen enthält, was Don Quichote als Verliebter im Schwarzen Gebirge unternahm.
Kapitel 2.2Dies alles sagte Sancho mit solcher Ruhe, indem er sich von Zeit zu Zeit die Nase wischte, und so ohne Verstand, dass die Beiden sich von neuem verwunderten, indem sie erwogen wie gewaltig Don Quichotes Tollheit sein müsse, wenn sie auch den Verstand dieses armen Kerls mitgenommen habe.
Kapitel 3.1Wie es mit dem Plane des Pfarrers und Barbiers geriet, nebst anderen Dingen, würdig, in dieser Geschichte vorgetragen zu werden.
Kapitel 3.2Endlich trat der Bräutigam in den Saal. Er trug seine gewöhnlichen Kleider ohne jeden Schmuck.
Kapitel 4.1Handelt von dem neuen und angenehmen Abenteuer, das dem Pfarrer und Barbier in dem nämlichen Gebirge begegnete.
Kapitel 4.2 "Als ich mich nämlich in einer Nacht in meinem Zimmer allein befand, nur in der Gesellschaft eines Mädchens, die mich bediente, die Türen wohl verschlossen, damit mir aus Nachlässigkeit nichts begegnen möchte, ohne zu wissen oder zu begreifen wie, Don Fernando vor mir."
Kapitel 4.3Dorothea fuhr fort: " Wie ich diese betrübte Nachricht vernahm, entzündete sich mir das Herz anstatt zu erstarren vor Zorn und Wut."
Kapitel 5.1Das von dem artigen Kunstgriffe und Weise handelt. die man annahm, unseren verliebten Ritter aus seiner höchst grausamen Buße zu nehmen, der er sich unterzogen hatte.
Kapitel 5.2"Was ich also erheische", sagte die Jungfrau, "ist, dass Eure großmütige Person sogleich mit mir ziehe und mir verspreche, sich keines anderen Abenteuers zu unterfangen, bis ich an einen Verräter gerochen bin, der gegen göttliche und menschliche Satzungen mein Königreich mir entrissen hat.
Kapitel 6.1Das von der Verständigkeit der schönen Dorothea handelt, nebst angenehmen und lustigen Dingen.
Kapitel 6.2"Nun, dieses meine Herren", fuhr Dorothea fort, "ist meine Geschichte. Es bleibt noch zu erzählen, dass mir von all den Leuten, die ich zur Begleitung aus meinem Königreiche mit mir nahm, nur dieser großbärtige Stallmeister übrig geblieben ist."
Kapitel 7.1Von dem lieblichen Gespräch, das zwischen Don Quichote und seinem Stallmeister Sancho Panza vorfiel, nebst anderen Begebenheiten.
Kapitel 7.2"Ich sage Dir Sancho, dass Du Dich darauf verlassen kannst, und dass ich Deinen Rat befolgen will, erst mit der Prinzessin zu ziehen, bevor ich Dulcinea sehe."
Kapitel 8.1Enthält die Novelle von der unziemlichen Neugier.
Kapitel 8.2In Florenz, einer reichen und berühmten Stadt Italiens, lebte zwei reiche und vornehme Ritter, Anselmo und Lotario.
Kapitel 8.3"Was ich bisher gesagt habe, Anselmo, ist nur das gewesen, was Dich angeht, und jetzt sollst Du noch einiges hören, was mich selbst betrifft."
Kapitel 8.4Anselmo war damit sehr zufrieden und sagte, dass er ihm dieselbe Gelegenheit jeden Tag wieder verschaffen wolle, wenn er auch nicht ausginge.
Kapitel 9.1In dem die Novelle von der unziemlichen Neugier fortgesetzt wird.
Kapitel 9.2Lotario glaubte nämlich, dass Camilla, wie sie für ihn leichtsinnig gewesen war, es auch für einen anderen geworden.
Kapitel 9.3Camilla kam bald aus Ihrer Ohnmacht wieder zu sich und Leonella ging fort, um Lotario zu rufen.
Kapitel 10.1Beschreibt die rühmliche und furchtbare Schlacht, die Don Quichote mit einigen Schläuchen roten Weins hielt, zugleich wird die Novelle von der unziemlichen Neugier beschlossen.
Kapitel 11.1Erzählt andre sehr wunderbare Begebenheiten, die sich in der Schenke zutrugen.
Kapitel 12.1Erzählt andre sehr wunderbare Begebenheiten, die sich in der Schenke zutrugen.
Kapitel 13.1Handelt von dem, was sich weiter in der Schenke zutrug, nebst andern wissenswürdigen Begebenheiten.
Kapitel 14.1Enthält die Fortsetzung der unerhörten Begebenheiten in der Schenke.
Kapitel 15.1Höchst seltsame Weise, auf die Don Quichote von la Mancha bezaubert war, nebst andern wundervollen Begebenheiten.
Kapitel 16.1Enthält das Abenteuer mit den Büßenden.
3. Buch
Teil 1.1Wie es dem Pfarrer und dem Barbier mit Don Quichote in Ansehung seiner Krankheit ging.
Teil 2.1Das von dem merkwürdigen Zwiste handelt, den Sancho Panza mit Don Quichotes Nichte und Haushälterin hatte, nebst anderen lustigen Vorfällen.
Teil 3.1Was dem Don Quichote mit seiner Nichte und Haushälterin begegnete.
Teil 4.1Was dem Don Quichote mit seinem Stallmeister begegnete, nebst anderen höchst merkwürdigen Begebenheiten.
Teil 4.2Als Sancho diesen festen Entschluss seines Herren vernahm, wurde es ihm dunkel vor den Augen und sein Herz entfiel ihm, denn er hatte geglaubt, daß sein Herr, um alle Schätze der Welt nicht ohne ihn ziehen würde.
Teil 5.1Erzählt, was Don Quichote begegnete, als er auf dem Weg war, seine Dame Dulcinea von Tobosco zu besuchen.
Teil 5.2Mitternacht war es nun gerade als Don Quichote und Sancho den Hügel verließen und in Toboso einzogen. Das Dorf war in Schweigen und Stille begraben, denn alle seine Einwohner schliefen und ruhten mit ausgestreckten Beinen, wie man zu sagen pflegt.
Teil 6.1Erzählt die List, die Sancho Panza ausmittelte, um die Dame Dulcinea zu bezaubern, nebst andern ebenso lächerlichen als wahrhaftige Begebenheiten.
Teil 6.2Indem kamen sie aus dem Walde und sahen schon nah bei sich die drei Bauernmädchen. Don Quichote dehnte seine Augen auf dem ganzen Wege nach Toboso aus und da er nichts weiteres als die drei Bäuerin sah, ward er verwirrt und fragte Sancho, ob er sie außerhalb der Stadt verlassen habe.
Teil 7.1Von dem seltsamen Abenteuer, das dem tapferen Don Wuichote mit dem mutigen Ritter vor den Spiegeln begegnete.
Teil 7.2Nach vielen Reden, die zwischen Don Quichote und dem Ritter vom Heine vorfielen, sagte der vom Walde zu Don Quichote: "Kurz Herr Ritter, sie müssen wissen, dass mein Verhängnis oder richtiger zu reden, meine Wahl mich dahin brachte, mich in die unvergleichliche Kasidea von Quandalia zu verlieben."
Teil 7.3Er sah, so erzählt die Historie, genau das Gesicht, genau das Antlitz, des Baccalaureus Simson Carasco. Und wie genau dieses sah, roef er mit lauter Stimme: " Komm Snancho, und betrachte, was es hier zu sehen gibt."
Teil 8.1Gibt Nachricht, wer der Ritter vor den Spiegeln und sein Stallmeister gewesen.
Teil 9.1Was dem Don Quichote von mit einem verständigen Ritter aus la Mancha begegnete und das Abenteuer mit dem Löwen.
Teil 9.2Als Don Quichote nach Sancho rief, ihm den Helm zu geben, kaufte dieser eben einige Quarkkäse.
Teil 9.3Der Vomgrünenmantel hatte Lust sich ihm zu widersetzen. Aber da er die ungleichen Waffen bedachte, und dass es nicht verständig sei, sich mit einem Narren einzulassen, wie sich ihm nun Don Quichote schon völlig gezeigt hatte, der den Löwenwärter jetzt wieder antrieb und seine Drohungen erneuerte, so gab er seiner Stute die Sporen.
Teil 10.1Was dem Don Quichote in dem Kastell oder Hause des Ritters vom grünen Mantel begegnete, nebst anderen ausschweifenden Dingen.
Teil 11.1Erzählt das Abenteuer von dem verliebeten Schäfer, nebst andern wahrhaft lustigen Begebenheiten.
Teil 11.2Kaum hatte die glänzende Aurora Gelegenheit gegeben, dass der leuchtende Phöbus mit der Hitze seiner brennenden Strahlen die flüssigen Perlen in ihren goldenen Haaren trocknen konnte, als Don Quichote alle Trägheit von seinen Gliedern schüttelnd sich aufrichtete und seinen Stallmeisten Sancho rief, der noch immer schnarchte.
Teil 11.3Alles dies sah Sancho und von allem wurde er hingerissen. Zuerst nahmen die Töpfe sein Begier gefangen und unterwarfen sie sich, denn er hätte gar zugern eine tüchtige Pfanne heraus gelangt, dann entzündeten die Schläuche sein Verlangen, zuletzt aber die ein der Pfanne gebackenen Speisen, wenn man das Pfannen nennen kann, was so großmächtig wie Kessel war und ohne sich länger enthalten zu können oder seine Wünsche länger zu verhehlen, wandte er sich an einen von den geschäftigen Köchen und bat ihn in höflichen und hungrigen Redensarten, ihn ein Stückchen Brot in einen der Töpfe eintunken zu lassen, worauf der Koch antwortete:
Teil 11.4Don Quichote fragte eine von den Nymphen, wer es denn erfunden habe und so angeordnet habe. Sie antwortete: "Ein Benefiziat aus dem Dorfe, der ein großes Geschick zu dergleichen Erfindungen besitze."
Teil 11.5Bei diesem Geschrei und bei diesen Worten sahen sich alle um, worauf sie gewahr wurden, dass ein Mensch sie ausrief, der ganz in Schwarz gekleidet war.
Teil 11.6Als sich nun Basilio und Ciatera bei den Händen gefasst hatten, gab ihnen der Pfarrer gerührt und weinend den Segen, indem er den Himmel bat, der Seelen der Neuvermählten die Ruhe zu schenken.
Teil 12.1
Teil 12.2Unterwegs fragte Don Quichote den Vetter, von was für Art seine Übungen, sein Stand und seine Studien denn wären.
Teil 12.3Hierauf sprach er mit lauter Stimme: "Oh, Du Gebieterin meiner Handlungen und Gedanken. Leuchtende und unvergleichliche Dulcinea von Toboso, ist es möglich, dass die flehentlichen Bitten dieses, Deines glücklichen Liebhabers, Dein Gehör erreichen?"
Teil 13.1Von den wundervollen Sachen, die Don Quichote in der tiefen Höhle des Montesinos gesehen.
Teil 14.1Erklärt das Abenteuer vom Eselsgeschrei, nebst dem lustigen vom Puppenspieler, zugleich mit den merkwürdigen Wahrsagungen des wahrsagenden Affen.
Teil 14.2Indem trat in die tür der Schenke ein Mann, der ganz in Gemsleder gekleidet war. Er rief mit lauter Stimme: "Herr Wirt, habt ihr ein Quatier, denn es kommt der wahrsagende Affe und das Spiel der Befreiung der Milesendra."
Teil 14.3Als dies der Wirt hörte, war er ausserordentlich fröhlich. Er bezeichnete sogleich einen Ort, wo das Spiel aufgeschlagen werden konnte.
Teil 14.4Er stand daher auf und rief mit lauter Stimme: "Nie werde ich es zugeben, dass bei meinen Lebzeiten und bei meiner Gegenwart, Gewalt an einem so berühmten Ritter und kühnen Verliebten, wie Don Garfelos verübt werde.
Neue Datei
4. Buch
Èmile Zola: Zum Paradies der Damen
gelesen von Christiane Brdiczka
Kapitel 1
Teil 1Denise kam zu Fuß vom Bahnhof Saint-Lazare; ein Zug von Cherbourg hatte sie mit ihren beiden Brüdern nach einer auf der harten Bank eines Wagen dritter Klasse verbrachten Nacht abgesetzt.
Teil 2Von der Schwelle eines Ladens auf der anderen Straßenseite beobachtete sie seit einiger Zeit ein dicker, weißhaariger Mann mit großem gelben Gesicht.
Teil 3Sie ließen Denise sich an einen Ladentisch niedersetzen. Sofort kletterte Pépé ihr auf die Knie, während Jean sich neben ihr an die Täfelung lehnte.
Teil 4"Dem Schlingel da schmeckt`s ja wohl gut," meine Baudu, als er feststellte, daß Jean sein Kalbfleisch schon aufgegessen hatte.
Teil 5" Da drüben sind wenigstens noch Leute!" ließ sie es sich entschlüpfen. Aber sie bedauerte dies Wort, sowie sie merkte, daß die Baudus neben ihr standen.
Teil 6Die ganze Familie fühlte sich hierdurch verletzt. Abends fand die erste Mahlzeit um fünf Uhr statt.
Teil 7Er sprach noch von anderen Händlern und ging das ganze Viertel durch. Zuweilen entschlüpfte ihm dabei ein Gestädnis; sollte Vincard wirklich versuchen zu verkaufen, dann könnte sie alle ihre Bündel schnüren, denn Vincard wäre wie die Ratten, die das Haus vor dem Zusammenbruch verließen.
Kapitel 2
Teil 1Am nächsten Morgen stand Denise um halb acht vor dem "Paradies der Damen". Sie wollte sich dort vorstellen, ehe sie Jean zu seinem Lehrherrn brachte, der weit weg ganz oben im Faubourg du Temple wohnte.
Teil 2Es herrschte Schweigen. Nur Mourets Feder war zu hören. Auf einige kurze, von ihm gestellte Fragen gab Bourdoncle dann Auskunft über den großen Ausverkauf von Wintersachen, der am nächsten Montag stattfinden sollte.
Teil 3In dem grauen, durch die großen Fenster hereinfallenden Tageslicht nahm eine Scahr von Leuten die Sendungen in Empfang, während eine andere in Gegenwart der Abteilungsvorstände die Nägel aus den Kisten zog oder die Ballen öffnete.
Teil 4Langsam durchschritten die beiden das Kellergeschoß; die Kellerfenster ließen hier und da ein bleiches Licht hereinfallen; in der Tiefe der dunkelsten Ecken, an den langen Gängen entlang, brannten Gasflammen.
Teil 5Ohne auf ein Antwort zu warten, ging er weiter und hinter Bourdoncle her der schon auf seinem Gange durch die Abteilungen war.
Teil 6Gerade jetzt, als er wieder zu Bourdoncle und Robineau trat, kam ein weibliches Wesen herein, und blieb ein paar Sekunden mit angehaltenem Atem, vor die Ausstellung hingepflanzt, stehen.
Teil 7Sie war nicht gleich zu finden, musste wohl also wohl noch in den Händen des Aufsehers sein. Als die lange Klara ging, um sie zu holen, kam Mouret heran, immer noch gefolgt von Bourdoncle.
Kapitel 3
Teil 1Sonnabends von vier bis sechs, setzte Frau Desforges ihre nächsten Verwandten, die sie besuchen wollten, eine Tasse Tee und Kuchen vor.
Teil 2"Herr de Boves, Herr de Vallagnosc", meldete der Diener. Es gab ein Erstaunen, Frau de Boves hatte selbst nicht auf ihren Mann gerechnet.
Teil 3Reines Vergnügen am Handeln; lauter Daseinsfreude klang aus seinen Worten. Immer wieder nannte er sich ein Kind seiner Zeit.
Teil 4Endlich kam er dann auf die kitzlige Stelle. Er hatte erfahren, der Kredit-Immobiliè lasse heimlich die Häuser in dem Blocke aufkaufen, in dem das Paradies der Damen lag.
Teil 5Dann zeigte er ihm mit seinem provencalischen Schwung in glühenden bilderreichen Sätzen das neue Geschäft in vollem Betriebe.
Teil 6"Ist der große Ausverkauf ganz sicher nächsten Montag?" fragte Frau Matis gerade.
Teil 7Eine kleine Weile schon, drehte Frau Mattis ihren roten Ledersack in höchster Erregung über diese Unterhaltung auf den Knien herum. Sie hatte ihre Einkäufe noch nicht vorzeigen können und brannte in einer Art sinnlichen Gier darauf, sie auszubreiten.
Kapitel 4
Teil 1Am Montag, den 10.Oktober, durchdrang heller Sonnenschein siegreich die graue Nebelschwaden, die Paris eine Woche lang verdunkelt hatten.
Teil 2Als sie unten in ihre Abteilung kamen, war gerade ein Streit ausgebrochen. Sie hörte gerade Klara mit spitzer Stimme sagen: "Frau Aurélie, ich bin vor ihr gekommen."
Teil 3Währenddessen summte es hinter ihr von Stimmen. "Der macht mir so einen kurzen Hals", sagte Frau Boutarel. "Das stimmt nicht, gnädige Frau," erwiderte Klara, "auf den Schultern sitzt er geradezu vollendet."
Teil 4"Oh, mit dem werde ich mal abrechnen", begann Hutin wieder, der sich die kleinsten Anlässe zu nutze machte, um die Abteilung gegen den Mann aufzuhetzen, dessen Stelle er selbst haben wollte.
Teil 5In der Handschuhabteilung saß eine ganze Reihe von Damen, vor den mit grünem Samt bezogenen Tischen mit ihren Nickel beschlagenen Ecken.
Teil 6Bei der Seide war die große Masse jetzt auch eingetroffen. Vor der inneren, von Hutin aufgebauten Ausstellung, der Mouret als Meister ein paar Hauptdrucke aufgesetzt hatte, quetschten sich die Menschen nur so.
Teil 7Unter dem Eindruck dieser Sicherheit schwiegen die Damen. Sie nahmen den Stoff wieder auf und prüften ihn abermals, als sie sich plötzlich an der Schulter berührt fühlten.
Teil 8"Fräulein Verdon", sagte Hutin mit ärgerlicher Stimme, als er endlich am Ladentische stand. Aber die ging vorbei, ohne aud ihn zu hören, ganz versunken in eine Geschäft, was sie schnell abmachen wollte.
Teil 9Vor Furcht, die Tränen möchten ihr aus den Augen stürzen, ging Denise schleunigst zu dem großen Kleiderhaufen zurück, den sie weg trug und auf einem anderen Tische in Ordnung brachte.
Teil 10Am anderen Morgen war Denise kaum eine halbe Stunde in der Abteilung, als Frau Àurelie ihr mit ihrem kurzen Tonfall sagte: "Fräulein, sie werden in der Oberleitung gewünscht."
Teil 11Als die Mädchen eines Abends nach dem Essen die Schränke einräumten, kam Josef, um Denise mitzuteilen, ein junger Mann frage unten nach ihr.
Teil 12Heute nacht nun hatte Denise sich entschlossen, wieder einmal Schuster zu spielen. Prüfend hielt sie ihre Stiefel in die Höh und sah nach, ob sie sie wohl noch bis Ende des Monats tragen könnte.
Teil 13Ehe sie sich zu Bett legte, wollte Denise noch ihren Stiefel fertig nähen und ihre Wäsche vollenden. Je mehr die Nacht aber vorrückte, desto lebhafter wurde die Kälte.
Teil 14Trotz dieses heißen, in ihr allmählich das Weib erweckenden Hauches, bewahrte Denise sich doch ihren kindlichen Frieden. Nur wenn sie mit Hutin zusammen traf, bewegte es ihr Herz.
Teil 15"Na? Versuchen sie sie wütend zu machen?", sagte Pauline eines Morgens zu ihr. "Ich würde sie an ihrer Stelle schön auflaufen lassen. Machen die sich ein Vergnügen, würde ich mir auch eins machen, weiß Gott."
Teil 16Abends ging sie dann wieder in das Speisehaus auf der Insel. Aber draußen war die Luft zu frisch geworden, sie mussten in einem der geschlossenen Säle essen, wo sich bei der Feuchtigkeit vom Winter her, das Tischzeug noch wie frische Wäsche anfühlte.
Teil 17"Ich bin so froh, dass ich sie getroffen habe", stotterte Losh endlich, nachdem er sich entschlossen hatte, zuerst zu reden.
Kapitel 5
Teil 1Bei Eintritt der toten Geschäftszeit des Sommers wehte ein Hauch von Gespensterfurcht durchs Paradies der Damen. Es war die Furcht vor Verabschiedung.
Teil 2Denise antwortete schließlich nicht mehr. Das war zu widerwärtig. Kein Mensch hätte es glauben sollen. Wagte sich eine ihrer Genossinnen mit einer neuen Anspielung hervor, so sah sie sie nur fest mit ihrer traurigen, ruhigen Miene an.
Teil 3In der Seidenabteilung hatte Robineaus Wiederkehr einen wahren Aufruhr entfesselt. Die Abteilung hoffte, er würde nicht wieder kommen, denn alles war angeekelt von den ewigen Niederträchtigkeiten, die ihm in den Weg geworfen wurden.
Teil 4"Na, und ihr Robineau?" fragte ein anderer Verkäufer Hutin. Der Kampf der Seidenleute gegen ihren Zweiten, beschäftigte sämtliche Abteilungen.
Teil 5Bourdoncle sah Mouret ins Gesicht, dann machte er einfach eine verächtliche Handbewegung, wie um zu sagen, nun begreife er alles und das wäre doch recht dumm.
Teil 6"Wissen Sie wohl, dass die Herren sich beschwert haben?", sagte die zarte Leinenverkäuferin. "Und dass die Oberleitung versprochen hat...", lautes Gelächter unterbrach sie., und nun redeten sie nur noch über die Leitung.
Teil 7Da versetzte das Geräusch von Schritten vom Ende des Ganges her, sie in Unruhe. Sie brachte ihn wieder in eine dunkle Ecke bei den Ergänzungswaren. Einen Augenblick hörten Sie nur das Singen der Gasflamen neben sich, dann kamen die Schritte wieder näher.
Kapitel 6
Teil 1Einen Augenblick blieb Denise ganz betäubt in der um fünf Uhr noch brennenden heißen Sonne auf dem Pflaster stehen. Der Juli erhitzte die Rinnsteine, Paris lag in seinem kreidigen Sommerlicht mit blendendem Flimmern da.
Teil 2Eines Abends hatte Denise so gar kein Brot mehr für Pèpès Suppe, als ein Herr mit Ordnungsbande sich anschickte, ihr zu folgen. Vor dem Gange wurde er roh, und das erfüllte sie so mit Ekel und mit Widerwillen, dass sie ihm die Tür vor der Nase zu schlug.
Teil 3Denise wagte kaum noch zu atmen. Sie fuhr fort ihre Nadel durchzuziehen, während der Alte zwischen zwei Schnitten seines Messer weiter abgebrochene Worte hervor stieß.
Teil 4Gaujean war zum Essen gekommen. Nach dem Braten, einem einfach zubereiteten Hammel, schnitt er die Frage an, mit seinem farblosen Lyoner Tonfall, den die Rhonenebel wohl so dick gemacht habe.
Teil 5Vierzehn Tage später brach der Kampf zwischen Robineau und dem "Paradies der Damen" los. Er erlangte förmliche Berühmtheit und beschäftigte eine Zeitlang den gesamten Pariser Markt.
Teil 6In einem Wutanfall, der seine weiße Mähne empor sträubte, schwenkte er seine langen Arme: "Ein Quatsch, aus dem kein Mensch klug werden kann."
Teil 7Dass sie bei Robineau sei, wußte er schon. es war ihm vor Kurzem erzählt worden und ganz ruhig, in reizender Weise, als stände sie mit ihm ganz auf gleichem Fuße, begann er nun von diesem zu reden und ließ ihm volle Gerechtigkeit widerfahren.
Kapitel 7
Teil 1Das ganze Viertel unterhielt sich währenddessen über den großen neuen Verkehrsweg, der unter dem Namen der Rue de D´Sobmbre , von neuen Oper nach der Börse hinüber geöffnet werden sollte.
Teil 2Nun war alles stumm. Seine vorherige Heftigkeit ging jetzt wieder in eine fieberhaft unruhige Zurückhaltung über.
Teil 3Monate vergingen. Fast jeden Tag kam Denise einen Augenblick herein, um Genevieve aufzuheitern. Aber die Traurigkeit nahm bei den Baudus zu.
Teil 4Sein Opfer schmerzte ihn noch sehr und er empfand ein Art Hass gegen die Leute, die ihm seinen Traum abgekauft hatten. Jedes Mal wenn er in die Nähe des Bettes kam, fuchtelte er mit den Händen in der Luft herum, und beugte sich über seine Frau.
Teil 5Denise wolllte wieder in "Das Paradies der Damen" zurück. Sie begriff, dass die Robineaus sich gezungen sahen, ihre Arbeitskräfte einzuschränken, dass sie aber nicht wußten, wie sie verabschieden sollten.
Kapitel 8
Teil 1Am vierzehnten März, einem Montag, weihte das "Paradies der Damen" seine neuen Geschäftsräume mit einer auf drei Tagen berechneten Sommermodenausstellung ein.
Teil 2"Vorwärts, rasch", rief Mouret mit der gewöhnlichen ruhigen Sicherheit seines Geistes. "Hier liegen noch Straßenanzüge, die will ich da oben hin haben. Und sind die Japanwaren oben auf dem mittleren Treppenabsatz untergebracht?"
Teil 3"Nein, nein, ich gehe nicht nicht hinein. Ich bin bange.", murmelte Frau Deboves. "Blanche, wir wollen fort, wir werden darin zerquetscht."
Teil 4"Sie sind doch zu spasshaft, ich muss mir so einen roten Sonnenschirm kaufen," sagte auf einmal Frau Matis, die vor Ungeduld hier nichts erreichen zu können, hin und her trippelte.
Teil 5Gerade jetzt kam Frau Desforges herein und schritt, nachdem sie in dem Gedränge beinahe ihren Mantel verloren hätte, durch die erste Halle.
Teil 6Endlich gelangte Frau Deforges in den ersten Stock hinauf, als ein neuer, gewaltsamerer Stoß sie einen Augenblick unbeweglich fest nagelte.
Teil 7In der Kleiderabteilung verloren die Verkäuferinnen allmählich den Kopf. Zwei der Mädchen waren erkrankt, und Frau Frèdèrick, die zweite, war gestern ruhig ausgeschieden, sie war zur Kasse gegangen, um ihre Abrechnung in Ordnung zu bringen, undließ so "Das Paradies der Damen" im Handumdrehen im Stich.
Teil 8Und so ging die grosse Reise durch all die vollgestopften Gänge. Margarete zog voran und schleppte den Stuhl wie einen kleinen Karren hinter sich her.
Teil 9Dies hörte Mouret, der sich immer noch mit Vallagnosc und Herrn de Bove immer noch dort befand, mit lächelnder Miene an. Sie bemerkte ihn und beklagte sich heiter, aber doch mit einer gewissen Gereitzheit im Unterton über diese Falle, in die er die Mütter mit ihrer Zärtlichkeit hinein lockte.
Teil 10Es schlug fünf Uhr. Von den sämtlichen Damen wohnte nur Frau Matis dem Endkampf des Verkaufes bei. Todmüde wie sie war, konnte sie sich nicht davon los reissen.
Kapitel 9
Teil 1Am ersten Augustsonntag wiurde die Bestandsaufnahme vorgenommen, die noch am selben Anebd vorliegen sollte.
Teil 2Diese Beweisführung setzte die Leinenverkäuferin nun ganz und gar in Erstaunen. Ihr dickes Gesicht mit den kleinen zärtlichen Augen nahm einen Ausdruck mütterlichen Mitleids an.
Teil 3
Teil 4Die aufgebauschte und übertriebene Erzählung von diesem Streit erheiterte bereits das ganze Geschäft als die Geschichte von Mourets Brief die Runde machte.
Teil 5Endlich hatte Favier sich durchgewunden und gewann die Treppe zu den Esssälen. Seit der Erweiterung des "Paradies der Damen", befanden diese sich im vierten Stock des Neubaus.
Teil 6"Ist das denn auch in Ordnung? Einen Sonntag bei solchem Wetter hinter Schloss und Riegel zu halten?", rief Favier wieder. Dieser Gedanke brachte die Herren wieder zur Besatndsaufnahme.
Teil 7
Teil 8Nun waren sie stumm. Zuweilen wurde der Lärm so stark, dass es Mourets Worte übertönte, die er im Übrigen mit einem so furchtbaren Getöse begleitete, als wäre da ein Königsschatz auf dem Schlachtfelde aufgesammelt.
Kapitel 10
Teil 1Bouthemont kam heute als erster zu Frau Desforges zum Vier-Uhr-Tee. Sie war noch allein in ihrem großen Empfangszimmer im Stiel Ludwig, des XIV, dem sein Bronzen und Brokate ein heiteres Leuchten verliehen.
Teil 2Henriette hatte unterdessen von neuem Platz genommen. Und während sie ganz Ohr war für Vallagnosc, der ihr erzählte, Frau de Boves werde wahrscheinlich kommen, ließ sie Mouret nicht aus den Augen.
Teil 3Mouret fand die Kraft zu lächeln. Der Baron sah in prüfend an, gerührt durch seine liebswürdige Art von Selbstüberwindung.
Teil 4Mourets Erregung sank in sich zusammen, und er dankte dem Baron indessen nicht mit seiner gewöhnlichen lebhaften Begeisterung.
Teil 5Zunächst gingen sie durch das schweigende leere Schlafzimmer. Dann stieß Frau Desforges eine Tür auf und trat in das Ankleidezimmer.
Teil 6Er begleitete sie bis zur Tür und machte sie hinter ihr zu. Sie hatte kein Wort von sich gegeben. Nur eine rosige Flamme war ihr in die Wangen gestiegen, während ihre Augen von neuem mit köstlichsten süßen Tränen füllten.
Teil 7"Das ist ja ein schrecklicher Mantel", ließ Frau Marty jetzt einfließen. "Henriette kommt ja gar nicht wieder." Tatsächlich begann ihre immer länger währende Abwesenheit aller Welt peinlich zu werden.
Kapitel 11
Teil 1Am 25. September begannen die Arbeiten für die neue Schauseite des "Paradies der Damen". Baron Hartmann hatte die Sache seinem Versprechen gemäß in der letzten Generalversammlung des Credit Immobilie durchgedrückt.
Teil 2Indessen machten doch allerlei Geschichten die Runde und unter aller Schmeichelei und Hochachtung, die Denise um sich herum enstehen fühlte, bewegte sich doch ein Unterstrom abscheulichen Klatsches.
Teil 3Dann begab er sich nach der anderen Seite des Kellergeschosses hinüber, um den gewohnten Blick in die Ausgabestelle zu werfen.
Teil 4Eines Tages herrschte ganz besonderer Schrecken. Ein Aufseher glaubte zu bemerken, der Handschuhverkäufer Minou stehle.
Teil 5Schon mehrfach hatte Denise Deloche auf sich wartend gefunden. Als Zweiter oblag ihr die Verbindung zwischen der Abteilung und der Werkstatt, wo übrigens nur Muster und Ausbesserungen ausgeführt wurden.
Teil 6"Fräulein," sagte er endlich und versuchte kalt und streng zu bleiben. "Es gibt gewisse DInge, die wir nicht dulden können."
Teil 7Am folgenden Morgen wurde Denise zur Ersten ernannt. Die Oberleitung trennte die Abteilung für Kleider und Straßenanzüge und schuf lediglich ihr zuliebe eine besondere Abteilung für Kinderkleidung, die dicht neben der Kleiderabteilung eingerichtet wurde.
Teil 8Nun machte sich erneut ein Meinungsumschwung zu Denises Gunsten bemerkbar. Wenn Bourdoncle auch endlich überwunden, seinen Vertrauten auch immer wieder voller Verzweiflung wiederholte, er hätte viel darum gegeben, wenn er sie Mouret selbst ins Bett legen können, so hatte er sich doch davon überzeugen müssen, dass sie sich ihm nicht hingeben hatte, dass ihre Allmacht gerade aus ihrer Weigerung herrühre.
Kapitel 12
Teil 1Eines Novembermorgens traf Denise in ihrer Abteilung gerade die ersten Anordnungen, als das Dienstmädchen der Boduis erschien, um ihr zu sagen, Fräulein Genevieve hätte eine sehr schlechte Nacht verbracht und bäte ihre Base sofort zu ihr zu kommen.
Teil 2Es war ein wahrer Jammer. Die Kammer des jungen Mädchens lag nach dem Hof hinaus, ein kleines Raum mit bleichem Licht.
Teil 3Der endlich eintreffende Leichenwagen kam gerade neben einem Wagen des "Paradies der Damen" daher, dessen lackierte Seitenwände bei dem scharfen Trabe seiner zwei prachtvollen Pferde, einen wahren Sternenglanz durch den Nebel warfen.
Teil 4Am selben Abend ließ Mouret das junge Mädchen zu sich bitten, um mit ihr über ein Kinderkleid zu sprechen, dass er in die Welt hinaus schicken wollte.
Teil 5Andere Stimmen wurde laut und man verfiel allgemein, während der Schutzmann den Tatbestand aufnahm, darauf, es für einen Selbstmordversuch zu halten.
Teil 6Ein junger Mann mit lebhaften Augen war es, den der Pförtner mitbrachte. Er wollte den Verwundeten lieber untersuchen, bevor er ins Bett gelegt würde.
Teil 7Ein furchtbarer Krach ertönte. Voller Schreck sprangen die Arbeiter zur Seite. Das Mauerwerk erschütterte in seinem Sturz den ganzen Trümmerhaufen und riss ihn mit zu Boden.
Kapitel 13
Teil 1Nagelneu dehnte sich in der klaren Februarsonne die Rue du Dix-Décembre mit ihren kreideweißen Häusern und den letzten, ein paar im Rückstand befindliche Gebäude, umgebenden Gerüsten hin.
Teil 2Indessen schlug es drei auf der Uhr über der Pforte. Jetzt herrschte das Gedränge des Nachmittags, fast hundertausend Kunden erstickten in den Gängen und Hallen.
Teil 3Die Geschäftsräume waren voller Leben. Eine ganze Welt umlagerte die Aufzüge, man quetschte sich im Erfrischungsraum und im LEsesaal zusammen, ein ganzes Volk war auf der Wanderschaft, durch die mit schneeigem Eis bedeckten Räume.
Teil 4Als Bourdoncle an diesem Tage, seiner Gewohnheit gemäß, Punkt drei in Mourets Arbeitszimmer trat. überraschte er diesen, wie er, die Ellbogen auf seinen Schreibtisch gestützt und die Fäuste vor die augen gepresst, so in Gedanken verloren da saß, dass er ihn erst am die Schulter fassen musste.
Teil 5Die Abteilung stellte ihre zartfarbigen Sachen aus: Jacken und Sommermäntel aus leichter Seide und bunter Wollstoffen jeder Art.
Teil 6Um auch einen Scherz zu machen, versprach es ihr Denise lächelnd. Dann ging sie weiter mit Jean und Pèpè, gefolgt von dem Hilfsmädchen nach unten.
Teil 7Während Frau Desforges nach Frau Gibal suchte, stieß sie einen lauten Ausruf aus, als sie sie mit Frau Martis gewarte.
Teil 8Nachdem Frau Dubove lange mit ihrer Tochter umher gegangen und an den Schaustellungen umher gestrichen war, kam sie endlich, unter dem sinnlichen Drang, ihre Hände in den Geweben zu vergraben, zu dem Entschluß, sich von Deloche Spitzen zeigen zu lassen.
Teil 9Sie mussten still sein, denn drehten schon mehrere Leute die Köpfe nach Ihnen um.
Teil 10Die Blicke in der Weite verloren, fühlte Mouret jetzt eben, wie etwas Großes in ihm vorging.
Jeremias Gotthelf: Die schwarze Spinne
gelesen von Steffen Schroeder
Novelle
Teil 01Über die Berge hob sich die Sonne, leuchtete in klarer Majestät in ein freundliches, aber enges Tal und weckte zu fröhlichem Leben die Geschöpfe, die geschaffen sind, an der Sonne ihres Lebens sich zu freuen.
Teil 02Nun ging auch das Mädchen ans sein Werk, verbeiständet von der Hebamme und der Hausfrau, und wendet das möglichste an, eine schöne Gotte zu sein von Schuh und Strümpfen an bis hinauf zum Kränzchen auf der kostbaren Spitzenkappe.
Teil 03Zunächst der Kirche stand das Wirtshaus, die so oft in naher Beziehung stehen und Freud und Leid miteinander teilen und zwar in aller Ehren.
Teil 04Der jüngere Götti mußte manche Spottrede hören, daß er die Gotte nicht besser zum Trinken halten wisse; wenn er das Gesundmachen nicht besser verstehe, so kriege er keine Frau.
Teil 05Sie wischten sich den Schweiß von den Stirnen, sahen mit betrübtem Herzen sich um in ihrem Besitztum, sahen seufzend, wie weit der unselige Bau sie zurück gebracht.
Teil 06Da machte der Grüne ein gar mitleidiges Gesicht, hob drohend die lange, magere schwarze Hand gegen das Schloss empor und vermaß sich zu schwerer Rache gegen solche Tyrannei.
Teil 07Da hob der Schreck die Männer von dannen. Sie stoben die Halde auf, wie Spreu im Wirbelwinde. Nur Christine, die Lindauerin, konnte nicht fliehen. Sie erfuhr es, wie man den Teufel leibhaftig kriegt, wenn man ihn an die Wand male.
Teil 08Es hatte jeder nur an seine Rettung gedacht und an andere nicht, und wie jetzt jeder am Trockenen saß, so meinet er, die anderen säßen ebenso.
Teil 09Einmal aber kam plötzlich einem Mann das Sterben an; er bedurfte des letzten Trostes. Aber niemand durfte den Priester holen, denn Mitternacht war nahe und der Weg führte am Kilchstalden vorbei.
Teil 10Allerlei redeten die Leute, der eine riet dies, der andere ein anderes, aber alle mochten Christine gönnen, was es auch sein mochte, und alle wichen ihr aus und flohen sie, wo es nur möglich war.
Teil 11Als sie das Zagen der Männer sah und keine Weiber, da erzählte sie punktum, was ihr begegnet: wie der Grüne sie schnell beim Worte genommen und ihr zum Pfand einen Kuß gegeben, den sie nicht mehr geachtet als andere; wie ihr jetzt auf selbigen Fleck die Spinne gewachsen sei unter Höllenpein vom Augenblick an, als man das erste Kind getauft.
Teil 12Zagen und Grauen ergriff die Männer, als Christine mit den geraubten Kinde herauskam. Das Ahnen einer grausen Zukunft ging ihnen auf, aber keiner hatte den Mut, die Taten zu hemmen, und die Furcht vor des Teufels Plagen war stärker als die Furcht vor Gott.
Teil 13Von dem Augenblicke an, als Christine mit dem geraubten Kinde den Berg hinunter gefahren war dem Teufel zu, war heilloser Schreck in alle Herzen gefahren.
Teil 14Da kehrte der Schreck erst recht ein ins Schloß; sie schlossen sich ein und fühlten sich doch nicht sicher, sie suchten nach geistigen Waffen, fanden aber lange niemand, der sie zu führen wußte und führen wagte.
Teil 15Drinnen sauste und brauste es, wie wenn mit dem Meere die Wirbelwinde streiten, das Haus wankte in seinen Grundfesten, aber fest saß der Zapfen, gefangen blieb die Spinne.
Teil 16Ja, über dem ganzen Tale lag der Segen Gottes und Glück war in Feld und Stall und Friede unter den Menschen.
Teil 17Da das Spiel sich ungestraft wiederholte, so wirkte es nicht mehr, die Mägde schrien nicht mehr, versprachen nichts mehr, und die anderen Knechte beganne es auch zu treiben.
Teil 18Es schien, als ob sie wüßte, ihr sei wenig Zeit vergönnt, oder als ob sie sich viel Mühe sparen wollte, sie tat, wo sie konnte, viele auf einaml ab.
Teil 19Ende
Casanova: Memoiren aus meinem Liebesleben
gelesen von Regine Schroeder
Memoiren
Kapitel 1.1Kinderjahre und erste Liebe
Kapitel 1.2Eines Morgens erschien sie an meinem Bett und brachte mir ein paar weiße Strümpfe, die sie für mich gestrickt hatte. Sie bat mich, sie ihr anpassen zu dürfen.
Kapitel 1.3Als wir an das Bett traten schien Bettina der Atem auszugehen und die Beschwörungen des Bruders gaben ihn nicht wieder.
Kapitel 1.4Es war zwei Tage vor Mariä Reinigung und wir pflegten in unserer Pfarrkirche das Abendmahl zu nehmen. Diesmal sollten wir in der Augustinerkirche beichten bei den Dominikanern, die dort administrierten.
Kapitel 1.5Was Bettina mir erzählte war möglich, aber nicht sehr glaubhaft und ich hatte hinlängliche Besinnung. Ihre Tränen jedoch bewegten mich.
Kapitel 2.1Die kleine Lucie - Einen Sommer lang beschäftigte mich die Liebe zu Angela, einer Nichte des Pfarrers Tosello, dem ich zu meiner geistlichen Ausbildung zugeteilt war.
Kapitel 3.1Die griechische Sklavin - Meine Mutter, die in Warschau engagiert war, gab sich Mühe mir in meiner geistlichen Laufbahn vorwärts zu helfen.
Kapitel 4.1Das Liebeswunder der Lucretia - Auf der Reise nach Rom hatte ich zwei reizende Schwestern kennen gelernt. Sie hießen Lucretia und Angelica.
Kapitel 4.2"Sage mir, Du Staunenswürdige", fuhr ich fort, "was hättest Du getan, wenn Deine Mutter und Dein Mann, uns in jenem glücklichen Momente überrascht hätten?"
Kapitel 5.1Der rätselhafte Bellino und seine Schwestern - Ich musste einsehen, dass ich für den geistlichen Beruf nicht geschaffen sei und die dürftigen Verhältnisse, in denen ich meinen Gönner in seinem ärmlichen Bistum fand, ermunterten mich nicht, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen.
Kapitel 5.2Wir kehrten nach dem Gasthofe zurück und sahen in der Abenddämmerung, Don Sancho in seiner Kutsche den Hof herein rollen. Ihm entgegen gehend, ersuche ich ihn, meine Dreistigkeit zu entschuldigen, wenn ich auf die Ehre gerechnet hätte, die er mir erzeigen würde, mit Bellino und mir zu Abend zu speisen.
Kapitel 5.3Tief gerührt, versprach ich ihr, unser Schicksal zu verknüpfen. Aber wie mich auch ihre Geschichte hingerissen, ich zweifelte an ihrer Liebe.
Kapitel 6.1Abenteuer in Konstantinopel-In meiner Heimat ward ich Soldat und trat als Fähnrich ins Regiment Balo ein, das in Korfu stand.
Kapitel 6.2Einige Tage nachher, speiste ich mit Osman Pascha bei Efendi Ismael. Nach der Mahlzeit ward mir ein angenehmes Schauspiel zuteil.
Kapitel 6.3Einige Tage darauf, kam ich zeitig zu Jussuf. Weil ein Regen mich im Garten spazieren zu gehen hinderte, trat ich den Speisesaal, wo ich sonst nie jemanden angetroffen hatte.
Kapitel 7.1Die Liebe und die Hochzeit der Bäuerin Christine-In Venedig nahm ich meinen Abschied, geriet in Schulden und schlechte Gesellschaft, so dass ich keinen Ausweg sah, und Geiger am Theater San Samuel wurde.
Kapitel 7.2Ich ließ, während wir frühstückten, anspannen. Der Pfarrer sagte mir aber, er müsse zuvor die Messe lesen. Wir werden sie mit hören, und opfern sie sie für mich auf. Dies ist mein gewöhnliches Almosen.
Kapitel 8.1Der ungarische Hauptmann und seine Freundin - Im Gasthaus zu Cesena, wo ich eine Posse als Schatzgräber verübt hatte, weckt mich am Morgen ein ungewöhnliches Gepolter vor meiner Tür.
Kapitel 9.1Die himmlische Henriette- In Parma erfuhr ich über das Schicksal meiner Geliebten, dass sie sich zu dem Ungarn geflüchtet hatte, weil sie ihr Schwiegervater in ein Kloster stecken wollte.
Kapitel 10.1Die Nonnen von Morano- Nachdem ich in Paris, Dresden und Wien geweilt hatte, freute ich mich im Frühjahr 1753 meine Vaterstadt wieder zu sehen.
Kapitel 10.2Zwei Tage nach der unglücklichen abschlägigen Antwort, reisten Bragadino und seine Freunde auf vier Wochen nach Padua. Meine Seele war zu sehr zerrüttet, als dass ich sie hätte begleiten können.
Kapitel 10.3Meine Vertraute erzählte mir von einer Einkleidung, die das ganze Kloster in Bewegung setze. Wenn die Nonnen am Eingange des Klosters Besuch annähmen, so würden doch hoffentlich die Kostgängerinnen, und unter ihnen C.C. sichtbar.
Kapitel 10.4Ich dachte an die ganze Geschichte schon nicht mehr, als einige zehn Tage darauf der Forlane, dem ich den Brief zu besorgen gegeben hatte, eine Antwort überbringt.
Kapitel 10.5Am anderen Tag erhielt ich einen Brief von CC, worin sie schrieb, sie habe durch einen Riss in der Wand meine Unterhaltung mit MM beobachtet.
Kapitel 10.6MM, sagte ich mir, spielt mir diesen Streich. Aber wenn sie mich liebt, wie konnte sie sich des Vergnügens berauben, mich zu sehen.
Kapitel 10.7Am 4. Februar 1757 sahen wir uns wieder. Sie gestand mir, dass in jener Nacht, die ich mit C.C., von ihr belauscht, verbracht hatte, ihr Freund bei ihr gewesen war.
Kapitel 10.8Nachdem M.M. wiedergekommen war, sagte Bernis uns beiden, dass er abreisen, aber zurückkehren würde, sobald sein Geschäft beendigt sei.
Kapitel 11.1Die schöne Strumpfhändlerin- Nachdem ich fünfzehn Monate in den Bleikammern von Venedig zugebracht und mich durch die kühne Flucht aus dieser ungerechten und entsetzlichen Haft in Paris gerettet hatte, war ich in Holland gewesen und hatte meine kaufmännischen Talente bewährt.
Kapitel 12.1Die Gattin der Kölner Bürgermeister-Mit einem Empfehlungsbrief des französischen Gesandten und einem Kreditbrief des Amsterdamer Kaufmanns Herr d`Or. traf ich in Köln ein, wo die Franzosen im Winterquartier lagen.
Kapitel 12.2Als das Stück geschlossen war, meldete der Lakai, dass der Wagen vorgefahren sei. Ich führte nach der Verabredung die Schöne zum Schlag, und wie sie hört, dass ich selbst keinen Wagen habe, verbessert sie ihren Plan.
Kapitel 13.1Die kalte Kokotte-Es war in Avignon im Hotel de St. Homere. Mein Diener Leduc erzählte mir viel Wunderbares von einer Schönheit, die mit ihrem Ehemann das Zimmer neben dem meinen bewohne.
Kapitel 14.1Rosalie und Veronika-Nachdem ich, halb aus Mitleid, halb aus landsmannschaftlichem Gefühl, einen jungen Burschen aus Parma, Gaetano Costa, in meinen Dienst genommen hatte, um ihn so in seine Heimat zurückzubefördern, fuhr ich mit ihm und dem darob etwas eifersüchtigen Leduc nach Marseille.
Kapitel 14.2In Genua trafen wir Grimaldi, der mir für die Besorgung des Pakets dankte. Er ließ sich die Geschichte der Frau Stewart erzählen, freute sich über meine Rosalie und ich bat ihn, eine Kammerjungfer für sie zu besorgen, von die sie gleichzeitig Italienisch lernen könnte.
Kapitel 15.1Wiedersehen mit Therrese-Ich nahm Abschied. Veronica weinte, Annette umarmte mich zärtlich.
Kapitel 16.1Leonilda und ihre Mutter-Unbeschreiblich glücklich war ich, als ich nach achtzehn Jahren Neapel wieder sah, wo ich einst so glücklich gewesen war.
Kapitel 16.2"Lassen Sie mich Atem schöpfen, teurer Freund, setzen Sie sich hier neben mich. Sie wollen meine Tochter heiraten?"
Kapitel 17.1Die Tochter des Pferdehändlers und die Putzmacherin
Kapitel 17.2"Indem sie mir vertrauten", begann die Schöne, "haben sie ein Recht auf mein Herz erworben. Sie müssen aber einstweilen, in dieses Kabinett treten. Dort warten sie solange bis ich mit meiner Toilette fertig bin."
Kapitel 18.1Pauline - Ich war in London, und langweilte mich. Zwar genoss man für geringes Eintrittsgeld im Voxhall mannigfachiges Vergnügen, da fand man wohl besetzte Tafeln, Musik und schattige Baumgänge, in denen die berühmtesten Schönheiten lustwandelten.
Kapitel 18.2"Setzen wir uns, damit ich ihnen die Geschichte meines Lebens erzähle." Sie war die Tochter des portugiesischen Grafen X, der in einen politischen Prozess verwickelt, im Gefängnis starb.
Kapitel 19.1Die Charpillon-Ich war nun wieder frei für die Welt und nahm Gelegenheit, mich in London und unter den Engländern umzusehen.
Kapitel 19.2Leider hatte die Charpillon noch zwei Wechsel von mir in Händen. Ich schrieb an ihre Mutter und riet ihr, ihre Tochter zu veranlassen, die Wechsel zurückzusenden.
Kapitel 20.1Die hannoversche Gräfin und ihre fünf schönen Töchter.
Kapitel 21.1Die entführte Betty
Kapitel 21.2Der Wirt brachte die Rechnung für die Nacht. Das Abendessen stand, wie ich erwartet hatte, darauf. Ich bezahlte, ohne die arme Liebende nur mit einem Blick anzusehen.
Kapitel 21.3"Wie kann ich Ihnen das vergelten?" Hierauf rief ich den Fuhrmann und machte ihm begreiflich, dass wir nach Viterbo zurückkehren müssten.
Kapitel 22.1Mein letzter glücklicher Tag - Gleich am Tage meiner Ankunft sah ich zu meiner unangenehmen Überraschung, den Ritter Goudar dem Lord Baltimore einen Besuch abstatten.
Kapitel 23.1Leonilda und Anastasia - Es wurde Zeit, dass ich Neapel verließ. Ich nahm zärtlichen Abschied von Calimene.
Kapitel 24.1Zu Gast bei Mardochai und Lia - Auf der Reise von Bologna nach Triest kam in Senigalia, drei Stationen vor Ancona, mein Fuhrmann zu mir, als ich mich gerade ins Bett legen wollte, und fragte mich, ob ich ihm wohl erlaube, einen Juden mit nach Ancona zu nehmen.
Kapitel 24.2Als ich von diesem traurigen Spaziergang heimkehrte, fand ich Madokai am Tisch inmitten seiner Familie, die aus elf oder zwölf Köpfen bestand.
Kapitel 24.3Gegen Abend holten zwei Matrosen meine Sachen ab. Ich dankte meinem Wirt und verabschiedete mich mit gleichgültiger Miene von Lia.
NachwortNachwort und Ende
Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas
gelesen von Josef Wolf
Erzählung
Teil 01An den Ufern der Havel lebte, um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, ein Roßhändler, namens Michael Kohlhaas, Sohn eines Schulmeisters, einer der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit.
Teil 02In Dresden, wo er, in einer der Vorstädte der Stadt, ein Haus mit einigen Ställen besaß, weil er von hier aus seinen Handel auf den kleineren Märkten des Landes zu bestreiten pflegte, begab er sich, gleich nach seiner Ankunft, auf die Geheimschreiberei, wo er von den Räten, deren er einige kannte, erfuhr, was ihm allerdings sein erster Glaube schon gesagt hatte, daß die Geschichte von dem Paßschein ein Märchen sei.
Teil 03Spornstreichs auf dem Wege nach Dresden war er schon, als er, bei dem Gedanken an den Knecht, und an die Klage, die man auf der Burg gegen ihn führte, schrittweis zu reiten anfing, sein Pferd, ehe er noch tausend Schritt gemacht hatte, wieder wandte, und zur vorgängigen Vernehmung des Knechts, wie es ihm klug und gerecht schien, nach Kohlhaasenbrück einbog.
Teil 04Hierauf erzählte er Lisbeth, seiner Frau, den ganzen Verlauf und inneren Zusammenhang der Geschichte, erklärte ihr, wie er entschlossen sei, die öffentliche Gerechtigkeit für sich aufzufordern, und hatte die Freude, zu sehen, daß sie ihn, in diesem Vorsatz, aus voller Seele bestärkte.
Teil 05Am Abend, da sich der Roßkamm, seinem Befehl gemäß, zu ihm aufs Schloß begeben hatte, sagte er ihm, daß er nur eine Supplik, mit einer kurzen Darstellung des Vorfalls, an den Kurfürsten von Brandenburg aufsetzen, den Brief des Advokaten beilegen, und wegen der Gewalttätigkeit, die man sich, auf sächsischem Gebiet, gegen ihn erlaubt, den landesherrlichen Schutz aufrufen möchte.
Teil 06Als der Amtmann das Zimmer verlassen hatte, fiel Lisbeth auf Knieen vor ihm nieder. Wenn du mich irgend, rief sie, mich und die Kinder, die ich dir geboren habe, in deinem Herzen trägst; wenn wir nicht im voraus schon, um welcher Ursach willen, weiß ich nicht, verstoßen sind: so sage mir, was diese entsetzlichen Anstalten zu bedeuten haben!
Teil 07Er nahm die hundert Goldgülden, die ihm der Amtmann schon, für die Ställe in Dresden, zugefertigt hatte, und bestellte ein Leichenbegräbnis, das weniger für sie, als für eine Fürstin, angeordnet schien: ein eichener Sarg, stark mit Metall beschlagen, Kissen von Seide, mit goldnen und silbernen Troddeln, und ein Grab von acht Ellen Tiefe, mit Feldsteinen gefüttert und Kalk.
Teil 08Als der Morgen anbrach, war das ganze Schloß, bis auf die Mauern, niedergebrannt, und niemand befand sich mehr darin, als Kohlhaas und seine sieben Knechte.
Teil 09Das Entsetzen der Einwohner, über diesen unerhörten Frevel, war unbeschreiblich; und die Flamme, die bei einer zum Glück ziemlich ruhigen Sommernacht, zwar nicht mehr als neunzehn Häuser, worunter gleichwohl eine Kirche war, in den Grund gelegt hatte, war nicht sobald, gegen Anbruch des Tages, einigermaßen gedämpft worden, als der alte Landvogt, Otto von Gorgas, bereits ein Fähnlein von funfzig Mann aussandte, um den entsetzlichen Wüterich aufzuheben.
Teil 10Inzwischen war Kohlhaas in der Tat, durch die sonderbare Stellung, die er in der Welt einnahm, auf hundert und neun Köpfe herangewachsen; und da er auch in Jassen einen Vorrat an Waffen aufgetrieben, und seine Schar, auf das vollständigste, damit ausgerüstet hatte: so faßte er, von dem doppelten Ungewitter, das auf ihn heranzog, benachrichtigt, den Entschluß, demselben, mit der Schnelligkeit des Sturmwinds, ehe es über ihn zusammenschlüge, zu begegnen.
Teil 11Er kehrte, unter einem fremden Namen, in ein Wirtshaus ein, wo er, sobald die Nacht angebrochen war, in seinem Mantel, und mit einem Paar Pistolen versehen, die er in der Tronkenburg erbeutet hatte, zu Luthern ins Zimmer trat.
Teil 12Am anderen Morgen erließ Luther ein Sendschreiben an den Kurfürsten von Sachsen, worin er, nach einem bitteren Seitenblick auf die seine Person umgebenden Herren Hinz und Kunz, Kämmerer und Mundschenk von Tronka, welche die Klage, wie allgemein bekannt war, untergeschlagen hatten, dem Herrn, mit der Freimütigkeit, die ihm eigen war, eröffnete, daß bei so ärgerlichen Umständen, nichts anderes zu tun übrig sei, als den Vorschlag des Roßhändlers anzunehmen, und ihm des Vorgefallenen wegen, zur Erneuerung seines Prozesses, Amnestie zu erteilen.
Teil 13Der Tag brach eben an, und die ganze Stadt schlief noch, als er an die Tür der kleinen, in der Pirnaischen Vorstadt gelegenen Besitzung, die ihm durch die Rechtschaffenheit des Amtmanns übrig geblieben war, anklopfte, und Thomas, dem alten, die Wirtschaft führenden Hausmann, der ihm mit Erstaunen und Bestürzung aufmachte, sagte: er möchte dem Prinzen von Meißen auf dem Gubernium melden, daß er, Kohlhaas der Roßhändler, da wäre.
Teil 14Sobald Herr Wenzel, in Gegenwart des Kämmerers, seines Vetters, durch ein unbestimmtes Gerücht vernommen hatte, daß ein Mann mit zwei schwarzen aus dem Brande der Tronkenburg entkommenen Pferden in der Stadt angelangt sei, begaben sich beide, in Begleitung einiger aus dem Hause zusammengerafften Knechte, auf den Schloßplatz, wo er stand, um sie demselben, falls es die dem Kohlhaas zugehörigen wären, gegen Erstattung der Kosten abzunehmen, und nach Hause zu führen.
Teil 15Bei diesen Worten trat der Kämmerer, mit einem raschen, seinen Helmbusch erschütternden Schritt zu dem Abdecker heran, und warf ihm einen Beutel mit Geld zu; und während dieser sich, den Beutel in der Hand, mit einem bleiernen Kamm die Haare über die Stirn zurückkämmte, und das Geld betrachtete, befahl er einem Knecht, die Pferde abzulösen und nach Hause zu führen!
Teil 16So standen die Sachen in Dresden, als sich über den armen Kohlhaas, noch ein anderes, bedeutenderes Gewitter, von Lützen her, zusammenzog, dessen Strahl die arglistigen Ritter geschickt genug waren, auf das unglückliche Haupt desselben herabzuleiten.
Teil 17Kohlhaas, der inzwischen von dem wackern Amtmann zu Kohlhaasenbrück seine Meierei, gegen eine geringe Vergütigung des dabei gehabten Schadens, käuflich wieder erlangt hatte, wünschte, wie es scheint wegen gerichtlicher Abmachung dieses Geschäfts, Dresden auf einige Tage zu verlassen, und in diese seine Heimat zu reisen; ein Entschluß, an welchem gleichwohl, wie wir nicht zweifeln, weniger das besagte Geschäft, so dringend es auch in der Tat, wegen Bestellung der Wintersaat, sein mochte, als die Absicht unter so sonderbaren und bedenklichen Umständen seine Lage zu prüfen, Anteil hatte: zu welchem vielleicht auch noch Gründe anderer Art mitwirkten, die wir jedem, der in seiner Brust Bescheid weiß, zu erraten überlassen wollen.
Teil 18Inzwischen war der Nagelschmidt in den Wäldern des Erzgebirgs, durch Häscher und Landsknechte von allen Seiten so gedrängt worden, daß er bei dem gänzlichen Mangel an Hülfsmitteln, eine Rolle der Art, wie er sie übernommen, durchzuführen, auf den Gedanken verfiel, den Kohlhaas in der Tat ins Interesse zu ziehen; und da er von der Lage seines Rechtsstreits in Dresden durch einen Reisenden, der die Straße zog, mit ziemlicher Genauigkeit unterrichtet war: so glaubte er, der offenbaren Feindschaft, die unter ihnen bestand, zum Trotz, den Roßhändler bewegen zu können, eine neue Verbindung mit ihm einzugehen. Demnach schickte er einen Knecht, mit einem, in kaum leserlichem Deutsch abgefaßten Schreiben an ihn ab, des Inhalts:
Teil 19Es traf sich aber, daß die Krone Polen grade damals, indem sie mit dem Hause Sachsen, um welchen Gegenstandes willen wissen wir nicht, im Streit lag, den Kurfürsten von Brandenburg, in wiederholten und dringenden Vorstellungen anging, sich mit ihr in gemeinschaftlicher Sache gegen das Haus Sachsen zu verbinden; dergestalt, daß der Erzkanzler, Herr Geusau, der in solchen Dingen nicht ungeschickt war, wohl hoffen durfte, den Wunsch seines Herrn, dem Kohlhaas, es koste was es wolle, Gerechtigkeit zu verschaffen, zu erfüllen, ohne die Ruhe des Ganzen auf eine mißlichere Art, als die Rücksicht auf einen einzelnen erlaubt, aufs Spiel zu setzen.
Teil 20Es traf sich daß Kohlhaas eben mit dem Rücken gegen die Wand auf einem Bund Stroh saß, und sein, ihm in Herzberg erkranktes Kind mit Semmel und Milch fütterte, als die Herrschaften, um ihn zu besuchen, in die Meierei traten; und da die Dame ihn, um ein Gespräch einzuleiten, fragte: wer er sei? und was dem Kinde fehle? auch was er verbrochen und wohin man ihn unter solcher Bedeckung abführe? so rückte er seine lederne Mütze vor ihr, und gab ihr auf alle diese Fragen, indem er sein Geschäft fortsetzte, unreichliche aber befriedigende Antwort.
Teil 21Der Jagdjunker, nachdem er sich ein Blatt von der Hand des Kurfürsten zur Beglaubigung ausgebeten, brach auch sogleich mit einigen Knechten auf, und hatte, da er den Odem der Pferde nicht sparte, das Glück, den Kohlhaas auf einem Grenzdorf zu treffen, wo derselbe mit dem Ritter von Malzahn und seinen fünf Kindern ein Mittagsmahl, das im Freien vor der Tür eines Hauses angerichtet war, zu sich nahm.
Teil 22Der Kaiser, in einer durch die Staatskanzlei ausgefertigten Note, antwortete ihm: »daß der Wechsel, der plötzlich in seiner Brust vorgegangen zu sein scheine, ihn aufs äußerste befremde; daß der sächsischerseits an ihn erlassene Bericht, die Sache des Kohlhaas zu einer Angelegenheit gesamten heiligen römischen Reichs gemacht hätte; daß demgemäß er, der Kaiser, als Oberhaupt desselben, sich verpflichtet gesehen hätte, als Ankläger in dieser Sache bei dem Hause Brandenburg aufzutreten; dergestalt, daß da bereits der Hof-Assessor Franz Müller, in der Eigenschaft als Anwalt nach Berlin gegangen wäre, um den Kohlhaas daselbst, wegen Verletzung des öffentlichen Landfriedens, zur Rechenschaft zu ziehen, die Beschwerde nunmehr auf keine Weise zurückgenommen werden könne, und die Sache den Gesetzen gemäß, ihren weiteren Fortgang nehmen müsse.«
Teil 23Und damit ließ er die Hand des Kämmerers fahren; und während er sich den Schweiß abtrocknete, sank er wieder auf das Lager zurück. Der Kämmerer, der es für vergebliche Mühe hielt, mit seiner Ansicht von diesem Vorfall die Ansicht, die der Kurfürst davon hatte, zu durchkreuzen und zu berichtigen, bat ihn, doch irgend ein Mittel zu versuchen, des Zettels habhaft zu werden, und den Kerl nachher seinem Schicksal zu überlassen; doch der Kurfürst antwortete, daß er platterdings kein Mittel dazu sähe, obschon der Gedanke, ihn entbehren zu müssen, oder wohl gar die Wissenschaft davon mit diesem Menschen untergehen zu sehen, ihn dem Jammer und der Verzweiflung nahe brächte.
Teil 24Ende
Neue Datei
Hermann Melville: Omu
gelesen von Rike Schäffer
Roman
Kapitel 1Unser Flucht gelang an einem leuchtendem tropischen Nachmittag. Das Schiff, nach dem wir ruderten, lag mit knatterdem Grossmaassegel etwa eine Meile vom Land. Es war der einzige Gegenstand der auf der weiten Fläche des Ozeans sichtbar war.
Kapitel 2Die Julia, oder klein Julchen, wie die Matrosen sie nannten, war ein kleine Bark von 200 Tonnen amerikanischer Bauart. Wundervoll gebaut aber schon recht alt.
Kapitel 3Von einer regelrechten Diziplin an Board war keine Rede. Auf dem Schiff herschte ein Tohuwabohu.
Kapitel 4Ich war nocht nicht 24 Stunden an Bord, als ich Zeuge eines Vorfalls wurde, der für die Zustände auf dem Schiff kennzeichnend war.
Kapitel 5Weniger als 48 Stunden, nachdem wir Nukahiwa verlassen hatten, stieg die blaue Insel Santa Christina am Horizont auf.
Kapitel 6Aber am nächsten Morgen, als wir bereits alle glaubten eine lange Kreuzfahrt vor uns zu haben, änderten wir den Kurs.
Kapitel 7Hardy hatte mir mache interessante Mitteilung gemacht. Er hatte solange auf der Insel gelebt und war mit den Sitten der Eingeborenen vollkommen vertraut.
Kapitel 8Die Nacht in der wir Hanamelo verließen war Sternenhell und so warm, dass wenn die Wache abgelöst wurde, die meisten statt nach unten zu gehen sich am Vordermaast hinwarfen.
Kapitel 9Man weiß, dass man unter dem Vorderkastell oder der Back den vorderen Teil des Bugspriet versteht, gewöhnlich bezeichnet man damit auch den darunter liegenden Schlafraum der Mannschaft, der durch einen Schott abgeteilt ist.
Kapitel 10So ernst er zuzeiten sein mochte, war der Doktor dennoch ein Spaßvogel. Seeleute lieben Scherz und Witz, wenn sie an Land sind, zur See sind sie darauf wie versessen.
Kapitel 11Dieses lustige Wesen, was übrigens nicht immer herrschte, stand in seltsamem Kontrast zur Lage der Kranken an Bord. Aber das fiel höchstens mir auf, keinem anderen.
Kapitel 12Nicht lange nach dem Tode der zwei Matrosen hörten wir, dass Kapitän Gay im Sterben liege. Er hätte vielleicht ein oder zwei Tage zu leben hieß es.
Kapitel 13Unter uns war ein armer Teufel, der Tauentchen oder Tau-chen genannt wurde. er war ohne bestimmten Beruf mitgekommen, war so ungeschickt und furchtsam, dass man gar nicht erst versucht hatte, ihn als Matrosen anzulernen und ihn als Steward nach der Kajüte versetzte, während der bisherige Steward, der ein tüchtige Seemann war, zur Mannschaft kam.
Kapitel 14Da es nach dem Hafen ging, widmeten sich Sägspann und Spund immer mehr der Flasche. Und mit bitterem Neid sahen die anderen wie sie beiden Genossen, Tag für Tag in steigender Fröhlichkeit, über das Deck schwankten.
Kapitel 15So wie wir weiter nach Süden kamen und uns Tahiti näherten, veränderte sich allmählich das milde. heiter Wetter, dass wir bis dahin gehabt hatten.
Kapitel 16Wie weit wir von den Marquesas nach Westen fuhren, wo wir eigentlich waren, über wie viel Meilen unsere Fahrt nach Tahiti ging, vermag ich nicht zu sagen.
Kapitel 17Früh am anderen Morgen sahen wir die Berggipfel von Tahiti. Bei klarem Wetter sind sie auf eine Entfernung von neunzig Meilen sichtbar.
Kapitel 18Nach längerer Fahrt in den Hafen einzulaufen, ist immer eine Freude und erfüllt den Seemann mit frohen Erwartungen. Für uns wurde die Bedeutung des Ereignisses noch durch besondere Umstände erhöht.
Kapitel 19Die Landbrise flaute völlig ab und gegen Mittag trat, wir zumeist auf diesen Inseln, völlige Windstille ein.
Kapitel 20Dem Befehl wurde zugleich Folge geleistet. Die Leute traten an und standen in einer Reihe dem Konsul gegenüber. Es war eine wilde Gesellschaft. Männer aus allen Zonen, nicht eben korrekt gekleidet, aber malerisch in ihren Lumpen.
Kapitel 21Während dies an Deck vor sich ging, war Doctor Johnson damit beschäftigt, die Kranken zu untersuchen, und es zeigte sich, dass alle, bis auf zwei, an Bord bleiben sollten.
Kapitel 22Gegen Sonnenuntergang kam der Steuermann zurück. Lustig singend saß er am Hinterende des Bootes und als er an der Schiffswand hinauf klettern wollte, plumpste er ins Wasser.
Kapitel 23Von der Wache hatten die Leute erfahren, was Bembo gewollte hatte. UNd so wie wir aus der Gefahr waren, stürzten sie instinktiv mit wildem Geschrei auf ihn los.
AnsageAnsage
Johanna Spyri: Heidi
gelesen von Ether Roling
Buch 1
Kapitel 1.1Zum Almöhi hinauf- Vom freundlichen Dorfe Maienfeld führt ein Fußweg durch grüne, baumreiche Fluren bis zum Fuße der Höhen, die von dieser Seite groß und ernst auf das Tal herniederschauen.
Kapitel 1.2»Aber wie ist es dann mit dem Tobias gegangen?«, fragte gespannt die Barbel.
»Wart nur, das kommt schon, ich kann nicht alles auf einmal sagen«, erklärte Dete. »Also der Tobias war in der Lehre draußen in Mels, und sowie er fertig war, kam er heim ins Dörfli und nahm meine Schwester zur Frau, die Adelheid, denn sie hatten sich schon immer gern gehabt, und auch wie sie nun verheiratet waren, konnten sie's sehr gut zusammen.
Kapitel 2.1Beim Großvater-Nachdem die Dete verschwunden war, hatte der Öhi sich wieder auf die Bank hingesetzt und blies nun große Wolken aus seiner Pfeife; dabei starrte er auf den Boden und sagte kein Wort.
Kapitel 2.2»Recht so; du weißt dir zu helfen; aber wo willst du sitzen?« Auf dem einzigen Stuhl saß der Großvater selbst. Heidi schoss pfeilschnell zum Herd hin, brachte den kleinen Dreifuß zurück und setzte sich drauf.
Kapitel 3.1Auf der Weide-Heidi erwachte am frühen Morgen an einem lauten Pfiff, und als es die Augen aufschlug, kam ein goldener Schein durch das runde Loch hereingeflossen auf sein Lager und auf das Heu daneben, dass alles golden leuchtete ringsherum.
Kapitel 3.2Jetzt hörte Heidi über sich ein lautes, scharfes Geschrei und Krächzen ertönen, und wie es aufschaute, kreiste über ihm ein so großer Vogel, wie es nie in seinem Leben gesehen hatte, mit weit ausgebreiteten Schwingen in der Luft umher, und in großen Bogen kehrte er immer wieder zurück und krächzte laut und durchdringend über Heidis Kopf.
Kapitel 3.3Das Schneehöppli rieb ganz vergnügt seinen Kopf an Heidis Schulter und meckerte nicht mehr kläglich. Unterdessen hatte Peter sein Mittagsmahl beendet und kam nun auch wieder zu seiner Herde und zu Heidi heran, dass schon wieder allerlei Betrachtungen angestellt hatte.
Kapitel 3.4"Es ist morgen wieder so", erklärte Peter, "steh auf, nun müssen wir heim." Die Geissen wurden herbei gepfiffen und gerufen und die Heimfahrt angetreten.
Kapitel 4.1Bei der Großmutter-Am anderen Morgen kam wieder die helle Sonne, und dann kam der Peter und die Geissen, wieder zogen sie alle miteinander die Weide hinauf.
Kapitel 4.2Heidi machte die Tür auf und kam in einen kleinen Raum hinein. Da sah es schwarz aus und ein Herd war da, und einige Schüsselchen auf einem Gestell.
Kapitel 4.3Eben hatte die Brigitte noch gesehen, wie der Alte das Kind wohl verpackt auf seinen Arm genommen und den Rückweg angetreten hatte.
Kapitel 5.1Es kommt ein Besuch und dann noch einer, der mehr Folgen hat-Schnell war der Winter und noch schneller der fröhliche Sommer darauf vergangen und ein neuer Winter neigte sich schon wieder dem Ende zu.
Kapitel 5.2Der Alm-Öhi war verstimmt. Als Heidi am Nachmittag sagte, "Jetzt wollen wir zum Großmutter", erwiderte er kurz: "Heut nicht." Den ganzen Tag sprach er nicht mehr und am folgenden Morgen, als Heidi fragte: " Gehen wir heut zur Großmutter?", war er noch gleich kurz von Worten und wie im Ton und sagte nur: "Wollen sehen."
Kapitel 6.1Im Hause des Herrn Sesemann in Frankfurt lag das kranke Töchterlein Klara in dem bequemen Rollstuhl, in welchem es den ganzen Tag sich aufhielt und von einem Zimmer ins andere gestoßen wurde.
Kapitel 7.1Fräulein Rottenmeier hat einen unruhigen Tag-Als Heidi am ersten Morgen in Frankfurt seine Augen aufschlug, konnte es durchaus nicht begreifen, was es erblickte. Es rieb ganz gewaltig seine Augen, guckte dann wieder auf und sah dasselbe.
Kapitel 7.2Jetzt sah es an der nächsten Straßenecke einen Jungen stehen, der eine kleine Drehorgel auf dem Rücken und ein ganz kurioses Tier auf den Armen trug.
Kapitel 8.1Im Hause Sesemann gehts unruhig zu-Als Sebastian am folgenden Morgen dem Herrn Kandidaten die Haustür geöffnet und ihn zum Studierzimmer geführt hatte, zog schon wieder jemand die Hausglocke an, aber mit solcher Gewalt, dass Sebastian die Treppe völlig hinunterschoss, denn er dachte: »So schellt nur der Herr Sesemann selbst, er muss unerwartet nach Hause gekommen sein.« Er riss die Tür auf – ein zerlumpter Junge mit einer Drehorgel auf dem Rücken stand vor ihm.
Kapitel 8.2Nach Tisch saß Heidi jeden Tag ein paar Stunden lang ganz allein in seinem Zimmer und regte sich nicht, denn dass es in Frankfurt verboten war, nur so hinauszulaufen, wie es auf der Alm getan, das hatte es nun begriffen und tat es nie mehr. Mit Sebastian drüben im Esszimmer ein Gespräch führen durfte es auch nicht, das hatte Fräulein Rottenmeier auch verboten, und mit Tinette eine Unterhaltung zu probieren, daran kam ihm kein Sinn; es ging ihr immer scheu aus dem Wege, denn sie redete nur in höhnischem Ton mit ihm und spöttelte es fortwährend an, und Heidi verstand ihre Art ganz gut, und dass sie es nur immer ausspottete.
Kapitel 9.1
Kapitel 10.1Eine Großmama-Am folgenden Abend waren große Erwartungen und lebhafte Vorbereitungen im Hause Sesemann sichtbar, man konnte deutlich bemerken, dass die erwartete Dame ein bedeutendes Wort im Hause mitzusprechen hatte und dass jedermann großen Respekt vor ihr empfand.
Kapitel 10.2Heidi hatte mit gespannter Aufmerksamkeit zugehört und mit leuchtenden Augen sagte es jetzt, tief Atem holend: "Ach, wenn ich nur schon lesen könnte!"
Kapitel 11.1Heidi nimmt auf der einen Seite zu und auf der anderen ab.
Kapitel 12.1Im Hause Sesemann spukt´s-Seit einigen Tagen wanderte Fräulein Rottenmeier meistens schweigend und in sich gekehrt im Haus herum. Wenn sie um die Zeit der Dämmerung von einem Zimmer ins andere oder über den langen Korridor ging, schaute sie öfters um sich, gegen die Ecken hin und auch schnell einmal hinter sich, so, als denke sie, es könnte jemand leise hinter ihr herkommen und sie unversehens am Rock zupfen.
Kapitel 12.2»Komm Er her, Bursche«, winkte er dem Eintretenden entgegen, »und sag Er mir nun ganz ehrlich: Hat Er nicht etwa selbst ein wenig Gespenst gespielt, so um Fräulein Rottenmeier etwas Kurzweil zu machen, he?«
Kapitel 13.1Am Sommerabend die Alm hinan-Herr Sesemann stieg in großer Erregtheit die Treppe hinauf und wanderte mit festem Schritt zum Schlafgemach der Dame Rottenmeier. Hier klopfte er so ungewöhnlich kräftig an die Tür, dass die Bewohnerin mit einem Schreckensruf aus dem Schlaf auffuhr. Sie hörte die Stimme des Hausherrn draußen: »Bitte sich zu beeilen und im Esszimmer zu erscheinen, es muss sofort eine Abreise vorbereitet werden.«
Kapitel 13.2Die beiden Kinder mussten sich schnell Lebewohl sagen, denn Herr Sesemann stand schon da, um Heidi nach dem Wagen zu bringen. Fräulein Rottenmeier stand oben an der Treppe, um ihr Heidi zu verabschieden.
Kapitel 13.3Heidi lief vom Dörfli bergan, so schnell es nur konnte. Von Zeit zu Zeit musste es aber plötzlich stille stehen, denn es hatte ganz den Atem verloren, sein Korb am Arm war doch ziemlich schwer und dazu ging es nun immer steiler, je höher hinauf es ging.
Kapitel 14.1Am Sonntag wenn es läutet - Heidi stand unter den wogenden Tannen und wartete auf den Großvater, der mitgehen und den Koffer vom Dörfli herauf holen wollte, während es bei der Großmutter wäre.
Kapitel 14.2Heidi strebte in seinem Eifer rascher und rascher die letzte Steigung hinan, und kaum waren sie oben angelangt, als es des Großvaters Hand losließ und in die Hütte hineinrannte. Der Großvater nahm den Korb von seinem Rücken, in den er die Hälfte der Sachen aus dem Koffer hineingestoßen hatte, denn den ganzen Koffer heraufzubringen wäre ihm zu schwer gewesen.
Kapitel 14.3Die freundlichen Augen des Pfarrers glänzten vor Freude. Er nahm noch einmal des Alten Hand und drückte sie in der seinen und sagte mit Rührung: »Nachbar, Ihr seid in der rechten Kirche gewesen, noch eh Ihr in die meinige herunterkamt; des freu ich mich, und dass Ihr wieder zu uns kommen und mit uns leben wollt, soll Euch nicht gereuen, bei mir sollt Ihr als ein lieber Freund und Nachbar alle Zeit willkommen sein, und ich gedenke manches Winterabendstündchen fröhlich mit Euch zu verbringen, denn Eure Gesellschaft ist mir lieb und wert, und für das Kleine wollen wir auch gute Freunde finden.«
Buch 2
Ivan Turgenew: Faust
gelesen von Uwe Behnisch
Eine Erzählung in neun Briefen
Brief 1Pawel Alexandrowitsch B. an Simeon Nikolajewitsch W. Dorf M., 6. Juni 1850 Vor vier Tagen hier angekommen, liebster Freund, erfülle ich heute mein Versprechen, Dir zu schreiben. Seit dem Morgen rieselt ein feiner Regen herab, der mich im Zimmer hält. Brief ½ Ebenso wie Du liebe auch ich die alten bauchigen Kommoden mit Messingplättchen, die weißen Sessel mit ovalen Lehnen und geschweiften Füßen, die fliegenbesetzten Kristallüster, kurzum jedes altväterliche Möbel; aber beständig dergleichen anzusehen, vermag ich nicht.
Brief 2Frau Jelzowa war, wie ich Dir schon gesagt, eine ausgezeichnete Persönlichkeit, aber von ganz eigentümlichem Wesen, charaktervoll, beharrlich und konzentriert. Sie flößte mir Achtung, ja selbst eine gewisse Furcht ein.
Brief 3Nun, mein Freund, ich bin bei ihr gewesen, ich habe sie gesehen! Vor allem muß ich Dir einen merkwürdigen Umstand mitteilen. Du magst es mir glauben oder nicht.
Brief 4Teurer Freund! Die Vorlesung, von welcher ich Dir berichtet, hat gestern stattgefunden, und wie es dabei zugegangen ist, will ich der Reihe nach erzählen. Vor allem drängt es mich, Dir zu sagen: der Erfolg übertraf alle Erwartung.
Brief 5Es ist lange her, daß ich Dir geschrieben habe, mein lieber Simeon: über einen Monat schon, wenn ich nicht irre. Ich hätte Dir so viel zu sagen gehabt, aber ich war träge und muß Dir gestehen, daß ich während der ganzen Zeit nur wenig an Dich gedacht habe.
Brief 6Gestehe nur, Du erwartest heute von mir einen Brief voller Verzweiflung oder voll Entzücken. Weit gefehlt ! Dieser Brief wird sein wie alle. Es ist nichts Neues vorgefallen.
Brief 7Es sind zehn Tage, daß ich Dir nicht geschrieben habe ... Ach, mein Freund, ich kann es nicht mehr bergen, ich muß Dir sagen, wie schwer mir zumute ist, wie ich sie liebe!
Brief 8Mein teurer Freund! Du hast Dir meinen letzten Brief zu sehr zu Herzen genommen. Du weißt, wie ich immer geneigt war, meine Empfindungen zu übertreiben. Es macht sich das unwillkürlich bei mir; ich habe etwas Weibliches in meiner Natur.
Brief 9Ich habe Deinen Brief lange unbeantwortet gelassen, diese letzten Tage aber immerfort an Dich gedacht. Ich fühlte, daß keine müßige Neugier ihn diktiert habe, sondern aufrichtige freundschaftliche Teilnahme; dennoch schwankte ich.
Dante: Die göttliche Komödie
gelesen von Dirk Glodde
Komödie
Teil 01Die Verirrung im Wald - Erscheinung des Vergil
Teil 02Entsendung des Vergil
Teil 03Inschrift des Höllentors - Die Lauen
Teil 04Die Gruppe der Dichter
Teil 05Franziska von Rimini
Teil 06Eintritt in die Stadt des Dis
Teil 07Farinata und Calvalcante
Teil 08
Teil 09Brunetto Latini
Teil 10Die drei Florentiner · Der Riese Geryon
Teil 11Der Felsenstieg · Der Dieb Fucci · Der Phönix
Teil 12Odysseus letzte Fahrt
Teil 13Griffolino, der Goldmacher
Teil 14Der Hungerturm · Ugolino
Teil 15Anfang des Fegefeuers · Die Bekränzung mit dem Schilf
Teil 16Casella
Teil 17Manfred
Teil 18Buonconte und Pia
Teil 19Der Dichter Sordell · Wehruf über Italien
Teil 20Sordell · Das Tal der Blumen
Teil 21Anfang des VII. Gesang · Die beiden Engel
Teil 22Morgentraum
Teil 23Der Kaiser Trajan
Teil 24Eitelkeit des Ruhmes
Teil 25Gesichte der Sanftmut
Teil 26Der Friedensengel
Teil 27Beispiele der Trägheit · Dantes Schlaf
Teil 28Das Beben des Berges
Teil 29Statius
Teil 30Bonagiunta von Lucca
Teil 31Die Sänger Guido und Arnaut
Teil 32Abschied Vergils
Teil 33Das irdische Paradies
Teil 34Erscheinung der sieben Leuchter
Teil 35Wiedersehen mir der Seligen
Teil 36Fortsetzung des Bekenntnisses - Die Taufe im Lethe
Teil 37Der mystische Baum
Teil 38BAD IM EUNOË
Teil 39Anruf Apollos - Aufstieg in die Feuerregion
Teil 40Ermahnung an den Leser - Eintritt in den Mondhimmel
Teil 41Picarda und Konstanze
Teil 42Der Venus-Himmel - Karl Martell
Teil 43Bescheidenheit im Wissen
Teil 44Cacciaguida - Voraussage der Verbannung
Teil 45Der Adler über Glaube und Heil
Teil 46Krönung der Jungfrau
Teil 47Die Himmelsrose
Teil 48Die Himmelsrose - Abschied der Seligen
Kurt Faber: Unter Eskimos und Walfischfängern
gelesen von Alexander Kramer
Kapitel 1
Teil 01Im blauen Anker- Das sonnige Kalifornien und seine unerfüllten Versprechungen. – Eine verlockende Zeitungsanzeige. – Die Barbarenküste. – Mr. Murray, der geschäftstüchtige Gastwirt. – Die verhängnisvolle Unterschrift. – Ankunft an Bord des »Bowhead«. – Böse Ahnungen.
Teil 02Das Ende war, daß ich mich schließlich doch noch zu einer Runde im »Blauen Anker« bequemen mußte, denn es ging nach der Melodie: »Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.«
Neue Datei
Neue Datei
Kapitel 2
Teil 01Auf See - DIE AUSREISE. – MISTER JOHNSON SUCHT SEIN NEUES SCHIFFSVOLK ZUSAMMEN. – EINE GEMISCHTE GESELLSCHAFT. – ICH MACHE DIE BEKANNTSCHAFT EINER GEWICHTIGEN PERSÖNLICHKEIT. – EIN SCHWIERIGER AUFTRAG. – SCHNEEBALL, DER KOCH, SPINNT EIN GARN.
Teil 02"Alle Mann hier?", sang er aus, als keine neuen Ankömmlinge mehr erschienen. "Jawohl, Herr!", antwortete einer der Steuerleute dienstfertig.
Teil 03Mir grauste aber vor der Rückkehr in das Mannschaftslogis, das ich mir erst jetzt bei Tageslicht etwas näher ansehen konnte. Es war ein kleiner, nach vorn sich verengender Raum, in dem zu beiden Seiten zu je zwei übereinander die Kojen angebracht waren.
Teil 04Mir grauste aber vor der Rückkehr in das Mannschaftslogis, das ich mir erst jetzt bei Tageslicht etwas näher ansehen konnte. Es war ein kleiner, nach vorn sich verengender Raum, in dem zu beiden Seiten zu je zwei übereinander die Kojen angebracht waren.
Teil 05Zuweilen, wenn er bei guter Laune war – ein nicht gerade alltägliches Ereignis –, kam zu dieser Stunde Schneeball, der Koch, aus seiner Kombüse, setzte sich mit angezogenen Knien und mit der kurzen Maiskolbenpfeife zwischen den Zähnen auf die Reservespiere oder auf die Treppe, die zur Back hinaufführte, und begann bedächtig ein Garn zu spinnen.
Kapitel 3
Teil 01IM BERINGMEER - Mr. Johnson hält uns eine Standrede. - Sturm. - Mann über Bord! Land!. - Vulkane im Eismeer. - Unalaska. - Missglückte Desertierungspläne. - Das erste Eis. - Der "Bowhead" an der Arbeit. - Ankunft vor der St.-Lorenz-Insel. - Allereli Eskimositten. - "Auf nach Sibirien!"
Teil 02Nur sehr mühsam konnten wir in jenen Wochen gegen den starken Nordost aufkreuzen.
Teil 03
Neue Datei